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Freitag, 12. September 2014

Panama

Mittwoch, 10.09.2014

Der Jfk machte erneut keine Werbung für sich. Kein Briefkasten und kein freies Wlan, ausbaufähig. Liebe Großeltern, wenn ihr dies lest, mit einer Postkarte wird es noch dauern, die Amerikaner sind schuld.
Der Flieger war aber pünktlich. Mit der panamesischen "Copa-Airline" ging es gen Süden, auch deren Service allerdings ausbaufähig. In den schäbigen Sitzen gab es weder viel Beinfreiheit, noch einen Privatfernseher, dafür aber Drinks und Essen ok. Trotzdem frag ich mich, Wie solche Airlines in die Star Alliance kommen. Oder bin ich von Emirates verwöhnt? Naja einen Versuch haben sie ja noch.
Um 14 Uhr war pünktliche Ankunft in Panama, allerdings hatte ich Kira versprochen am Flughafen zu warten und dieses Ereignis war leider noch 5 Stunden entfernt. Schön, dass es am Flughafen wenigstens nur eine überteuerte Kantine gab, aber Immerhin konnt ich so schon mal recherchieren wie es günstig in die Stadt ging. Kurz vor Madame erschien zu meiner Freude sogar noch der mexikanische Nationaltrainer Miguel Herrera, der mich nicht nur um ein Foto bat, sondern auch zum Titel gratulierte. Danke auch nochmal an dieser Stelle.
Die Recherche hatte ergeben, dass 30 Dollar Taxikosten mit 50 cent Buskosten konkurrierten, die Entscheidung fiel entsprechend leicht. In einer dunklen Ecke abseits des Flughafens fuhr eben jener. Da wir kein Ticket zum elektronischen Bezahlen hatten, drückten wir einem Einsteigendem Kohle in die Hand, der fuer uns den Fahrschein löste. Zwischendurch mit etwas Hilfe in die Metro gewechselt und schwups waren wir am Mystico Hostal Spa. Für die ersten zwei Nächte hatten wir eine halbwegs seriöse Unterkunft buchen wollen und das war gelungen. 55 Dollar kostete das Doppelzimmer, Jaccuzzi-Nutzung inklusive. Da fielen die Augen doch entspannt zu.
Erstes Ausflugsziel am nächsten Tag war der Panama Kanal. Dorthin kommt man mit verschiedenen Bussen direkt vom Busbahnhof. Durch Panama City cruisen allgemein zwei verschiedene Sorten. Einmal die "normalen" und einmal bunt beflaggte in der Form amerikanischer Schulbusse. Variante zwei brachte uns dann in die Nähe der Miraflores Schleusen. Freche 10 Dollar musste der dumme Touri fuer den Eintritt zahlen, um sich zwischen 1000 Schulkindern durchzuquetschen. Dafür Gibt es einen guten Ausblick auf Kanal und Schleusen, einen 3d Film und ein Museum. Nunja, ich wollt ihn halt sehen, hilft ja nichts, nerviger war da schon das einsetzende Gewitter. Nächster Halt war Panamas Altstadt. Um zu dieser zu gelangen, muss eine halbwegs seriöse Einkaufsstrasse, in der vor allem Schrott angeboten wird, durchquert werden. Im Regen vefloss der Spaß so dahin, letztlich konnte aber ein Hostel fuer die folgenden Nächte klar gemacht werden und zu essen gab es auch noch was.
Eine Nacht hatten wir aber noch im Spa. Ich wollte fast nicht weg, aber in Geld schwimmt man auf Reisen ja leider auch nicht. Buenos noche.

Freitag, 12.09.2014

Neuer Tag, neues Glück. Zunächst wurde das Hostel gewechselt. Weil wir es fuer eine gute Abkuerzung hielten, bogen wir an der Einkaufsstrasse mal ab und fanden uns in einer wirklich dubiosen Seitenstrasse wieder. Von mehreren Einheimischen gewarnt, dass es hier gefaehrlich ist, waren wir irgendwann fast im Laufschritt angelangt, erreichten die Unterkunft aber sicher.
Eigentlich wollten wir in einen Park, zogen aber doch die Art der Einheimischen vor und gammelten einfach nur ab, da auch noch etwas Recherche fuer die kommenden Stops anstand. Dann stand aber wenigstens noch etwas sinnvolles an: Fussball!
Über drei Stunden vor Spielbeginn machten wir uns los und fanden ingeplant auch direkt den richtigen Bus. Ich sah uns schon 2 h vor Spielbeginn am Stadion, hatte aber auch mit weniger Verkehrsaufkommen gerechnet. Am Ende war es noch eine Stunde und am Stadion war Absolut nichts davon zu sehen, dass hier heute ein Fußballspiel stattfindet. Irgendwo fand sich aber ein Sicherheitsmann, der uns den Weg wies. Nach etwas Herumgeirre sahen wir endlich das einzig geöffnete Tor und durften nach etwas Warten auch gratis eintreten. So viel Abenteuer gibts nur beim Sport, fand auch Kira, und wir liessen uns direkt für Bier begeistern.

Tauro FC - CAI La Chorrera 1-0, Primera Division Panama, Estadio Rommel Fernandez, 60

Neben uns waren sonst nicht viele ins Estadio Rommel Fernandez gekommen. Am Ende waren es vielleicht 60 im weiten Rund, das Platz fuer 32.000 bietet. Ein paar wenige unterstützten die Heimmanschaft wortwörtlich mit Pauken und Trompeten, eigentlich eine ganz nette Atmosphäre. Nur manchmal waren die Cerveza Verkäufer lauter. Spiel war ebenfalls ganz ok, ein Tor durfte auch bejubelt werden, was will man mehr. Mit Anpfiff ging es zurück in die Stadt, diesmal mit einem der bunten Busse. Auf der Einkaufsavenida war nicht mehr viel los, Sodass wir dann doch in ein Taxi sprangen und uns fuer 3 Dollar nach hause kutschieren liessen. Zu mindest ich fiel müde ins Bett, aber ich bin ja auch schon alt.

Neuer Tag, neues Glück. Bereits am Vortag hatten wir Bekanntschaft mit dem halben Hostel gemacht. Weitesgehend stinknormales Reisevolk, trifft man fast überall auf der Welt, krasse Stories haben die wenigsten, manche sind sogar noch langweiliger. Lirum larum, zwei davon (natürlich Deutsche, Reiseweltmeister)  wollten uns in einen stadtnahen Park begleiten. Für 5 Dollar gab es ein Taxi vom Busbahnhof. Zu viel wie sich herausstellte, denn der Weg war natürlich laufbar. Eintritt kostete der Spaß dann auch noch, stolze 4 Dollar, um ein paar Wege laufen zu dürfen, aber es wurden Faultiere versprochen, wir zahlten also. Das Wegenetz war mit 2 1/2 h angeschlagen, wir brauchten eine und sahen ausser Schildkröten nur viel Regenwald. Mittlerweile hatte sich auch mal die Sonne die Ehre erwiesen, was vornehmlich zu noch höherem Schweissverlust führte. Zurück ging es dann per pedes. Nach einer Mittagspause zur Regeneration plus Wasser nachladen war mal wieder Fussball angesagt. Zu mindest laut diversen Seiten. Zwar lief am Stadion auch Musik, nur halt kein Spiel. Einzige Aufklärung gab es über den Twitterkanal des Vereins, Spiel morgen, ein Stadion weniger. So konnte ich immerhin noch Kira gen Karibik verabschieden. Auf die Party mit den Backpackern verzichtete ich dankend. Vorm Hostel auf dem Basketballplatz gab es noch einen Geburtstag einer 15 jährigen zu bestaunen. Scheint Hier ein großes Event zu sein, mit Kleid und zeremoniellem Einmarsch. Als das zu langweilig wurde, schaltete ich mit dem Handy 'ne Folge Alf ein und pennte ein.


Sonntag, 14.09.2014

So richtig viele Aktivitäten hatte Panama City nicht mehr zu bieten. Also beliess ich es am Vormittag bei einem kleinen Stadtbummel und checkte nochmal aus, wie es morgen am besten zum Aeropuerto gehen würde. Im Laufe des Tages änderte sich auch das Wetter zum positiven, also von Hitze mit Regen zu Hitze mit Sonne. Die Tropen sind nicht wirklich meine Klimazone. So konnte ich aber im Schatten der Dachterrasse lesend mit Blick auf den Pazifik und ein paar Dampfer herzhaft die Seele baumeln lassen. Am Nachmittag ging es zum zweiten mal zum Maracana. Neben Simon, war heute auch Martin Teilnehmer. Um das naheliegende Ghetto zu umgehen, überquerten wir eine Schnellstraße zu einer ziemlich nett angelegten Promenade, die direkt zum estadio führt. Schon irre wie nahe hier Wohlstand und Armut liegen. Allgemein ist Panama aber stark im Wandel. Seitdem der Kanal wieder in staatlicher Hand liegt wächst und gedeiht das kleine Land. Die Lebensader spült reichlich Kohlen in die Kassen und wird das noch mehr, wenn der Ausbau fertig ist. Die Innenstadt könnte von oben auch Miami sein, die Wolkenkratzer spriessen nur so aus dem Boden. Zudem scheint ein Bedürfnis nach Sicherheit zu wachsen, überall stehen Polizisten und Militärs, was das ganze natürlich auch für Touristen sicherer macht, sodass man eigentlich sicher ist, solange man nicht mit Geldscheinen rumwedelt oder sich in die falschen Strassen verirrt. Und da wir das nicht taten, kamen wir problemlos zum Stadion. 6 Dollar waren zu zahlen, ich durfte so eintreten. 


CD Plaza Amador - FC Cheppo 2-1, Primera Division Panama, estadio maracana, 250 Zuschauer 

Beim Reingehen gab es direkt ein lautes "heeeey amigo" zu hören. Der Bierverkäufer von Freitag war auch wieder da und fiel mir fast in die Arme. Immer ein gutes Zeichen, wenn sich Bierverkäufer freuen einen zu sehen. Erstmal mussten wir uns aber mal umsehen. Das erst im April 2014 machte einen soliden Eindruck. 5500 gehen rein, so viele kommen im Ligaalltag aber wohl nicht mal zum Heimderby, denn das Stadion wird sich von zwei Vereinen geteilt. Die Ränge sind recht nah am Spielfeld, heben sich dort aber 2-4 Meter empor, lustige Konstruktion. Nur bei den Treppen war irgendwas fehl geplant, auf denen kann man ruhig Bergsteigerschuhe tragen. Das Spiel wurde dann recht witzig. Noch vor Anpfiff kloppten sich beinahe zwei Teamkollegen, während des Spiels ging es dann recht ruppig zur Sache. Nach dem 1-0 fuer die Heimmannschaft folgte der absurdeste Elfmeter, den ich soweit in einer Profiliga gesehen habe. Hoher Ball in den Strafraum, ein Stürmer in der Nähe, dem klar sein muss, dass der Tormann zwei Meter außerhalb des 5Meterraums rauskommen wird, tut er dann zwar mit Knie voraus, schnappt sich den Ball, Stürmer fällt, Elfmeter, unglaublich. Den zweiten Elfmeter gab es dann für die Heimmannschaft, auch der sehenswert. Langer Ball, springt über den Torwart, zwei Spieler rangeln um den Ball, Elfmeter, wohl eher ausgleichende Gerechtigkeit. Am Ende blieb es dann so, die 20 Auswärtsfans zogen ab, wir auch. Mit zwei anderen Neuankömmlingen ging ich nochmal was essen, ich konnte Panama einfach nicht verlassen, ohne nochmal in einer der ranzigen Buden zu speisen. Für 3,25 gab es eine gigantische Portion Reis mit zwei Stücken Huhn, da macht man wenig mit falsch. Mein Plan früh zu pennen scheiterte daran, dass sich ein paar Einheimische überlegten um kurz vor Mitternacht ein Fussballturnier unter meinem Balkon zu veranstalten, irgendwann war aber auch bei denen Ruhe. Buenos noche.

Am nächsten morgen schmiss ich mir nur noch ein kleines Frühstück ein, dann ging es ab zum Airport. Zur Sicherheit wollte ich den 1 Dollar teureren Bus über die Autobahn nehmen. Weil das Geld auf meiner Buskarte nicht Mehr reichte, bekam ein Einheimischer Bargeld in die Hans. Zum Glück hatte ich reichlich Zeit im Gepäck, denn der Bus liess eine lockere Stunde auf sich warten. Am Ende war ich aber pünktlich da. 

Jetzt gehts also nach Buenos Aires. Nach den Vielen Wegbegleitungen bin ich jetzt wieder solo unterwegs. Panama war schon Interessant zu sehen. Gerne wäre ich wohl noch zur Karibikküste, Vielleicht bietet sich ja nochmal die Gelegenheit, dann aber bitte nicht in der Regenzeit. 




Mittwoch, 10. September 2014

USA / Teil 3

Donnerstag, 04.09.2014

Zum Ende der kleinen Rundreise fiel uns nichts besseres ein, als Atlantic City mit seinem berühmten boardwalk einen Besuch abzustatten. Da der Wal-Mart Parkplatz wieder nur bis gegen 8 Erholung bot, waren wir dementsprechend früh und durften beim Inder noch nicht einchecken. Also bei brütender Hitze mal die Promenade inklusive der Casinos gecheckt. Damals zu Zeiten der Prohibition wird es hier wohl geile Partys gegeben haben, jetzt hängen hier vor allem Glücksspielrentner ab. Aber auch für uns gab es ansprechende Angebote, zum Beispiel einen Pint Bier für 2 Dollar. Nach einer Auffrischung im Motel ging es aber erstmal ganz edel zu Hooters. Neben den hübschen Frauen gibts da auch gute Portionen, aber nochmal hin muss Man(n) da auch nicht. Danach wurde bis zum Abend abwechselnd das Bier- und Glücksspielangebot geprüft, wobei sich das mit dem Bier eher auszuzahlen schien. Am Abend gab es dann noch die Saisoneröffnung der Nfl in einer Sportbar, dessen Ende wir allerdings nicht mehr schafften. Am Ende stand eine minus 11 beim Roulette und eine plus sieben beim Bier, forever young und so, waren aber auch die ersten Biere der Tour und seit meinem Geburtstag.
Am nächsten morgen war ich allerdings nicht auf Grund der paar Biere völlig am Ende, sondern weil sich über Nacht eine Armee Mücken an meinem Körper ausgelassen hatte. Manch Heroinabhängiger hat hübschere Arme. Gefahren werden musste aber trotzdem und zwar zur letzten Station nach New York City. Nunja fast, denn unsere Unterkunft liegt auf der anderen Flussseite in Jersey City, bekanntlich im Staat New Jersey und nicht New York. Das Viertel sah auf den ersten Blick irgendwie unheimlich aus, entwickelte aber immer mehr Charme, auch wenn hier mehr authentische Arbeiter als hippe Typen rumlaufen. Bedauerlicherweise mussten wir noch die zwei anderen Gäste des Appartments vom Jfk abholen. Aus Kostengründen entschieden wir uns für das Auto und gegen die Nerven, die spätestens ab Minute 100 dahin waren. Letztes mal vier Stunden durch New York gebraucht, dieses mal immerhin nur zweieinhalb. Zurück ging es dann immerhin in anderthalb oder so, hab irgendwann nur noch versucht das Auto nicht fluchtartig zu verlassen oder das Lenkrad rauszureissen. Nie mehr bewege ich mich durch diese Stadt ohne Öffis. Immerhin gabs aber geile Skyline Sichtungen bei Nacht, dafür hatte sich der Ärger fast gelohnt, fast.

Samstag, 06.06.2014

Einziges richtiges Highlight: am morgen mit dem Auto zum Haus der Serien-Familie Soprano gedüst. Geile Gegend und die Fahrt war im Prinzip wie das Intro der Serie. Ansonsten noch bei Wal-Mart ein paar Kleinigkeiten besorgt und in einer Mall bei Taco Bell 'ne erstklassige Fressnakose abgeholt. Nach kurzem Besuch des Liberty State Park, mit Top-Blick auf Manhattan und lausigem auf die Freiheitsstatue ging es mit dem Path-Train der recht nah bei uns fährt, zum eigentlichen Tagesauftrag.

RB New York - Sporting Kansas City 2-1, MLS, Rb Arena, 20.000 Zuschauer

Der neue Funktionsbau nähe Newark hat ungefähr so viel Charme wie die Skyline von Duisburg. Sinnlos, dass ich mich auch noch mit der Anstoßzeit vertan hatte und wir viel zu früh da waren. In der Major League ist Red Bull zwar etwas anders zu bewerten als in Deutschland, weil es im Prinzip keine unterschiedlichen Budgets gibt, bleibt aber natürlich das stumpfe Werbeprodukt. Erstaunlicherweise scheint der Verein aber die größte Fanschar, inklusive "Ultras", zu haben, die noch aus den Zeiten der Metro Stars stammen. Gästefans waren sogar auch angereist und die sahen eine muntere Partie. Während ich in der ersten Halbzeit Stürmer Legende schon zur Rente riet, schoss natürlich genau dieser Rb sehenswert und unnachahmlich mit 2-0 in Front. Kansas, um WM Fahrer Suzi, konnte zwar fast im Gegenzug herankommen, das Ruder aber leider nicht mehr rumreissen. Im Marschschritt ging es zur nicht überfüllten Bahn und dann ab nach Jersey City ins Bett.
Am Sonntag war die Reisegruppe früh wach und motiviert, New York City zu erkunden. Am Times Square wurde sich aufgeteilt, da jeder irgendwie andere Pläne hatte. Für mich ging es zum american museum of natural history. Es mag am freien Eintritt für deutsche Blogger gelegen haben, aber ich fands richtig stark. Trex und Blauwal in Lebensgröße, sowie eigentlich jedmöglicher Kram, da Hätte man für jede Abteilung fast einen Tag einplanen können. Wollt ich aber natürlich nicht, daher gings danach via central park und grand central zum Rockefeller Center, um mal die Aussicht zu genießen. Die 29 Dollar sind allerdings schon dezent unangemessen und es gibt nicht mal einen Rabatt für verarmte Studenten wie mich. Was solls, Aussicht war natürlich top, hat sich trotzdem gelohnt. Abendbrot gabs dann dank Anleitung von Sarah in little India. Am Abend ging dann nicht mehr viel ausser Skyline bei Nacht mit den anderen beiden in Jersey gucken und Füße schonen.

Montag, 08.06.14

Zunächst mal den Mietwagen ohne Probleme nach Newark gebracht. Mal abgesehen vom Reifenschaden ist es angesichts der Straßen und Fahrweise der anderen und manchmal vielleicht auch mir sehr erfreulich, den Wagen 18 Tage sicher herumgefahren zu haben. If you can drive it here, you drive it everywhere, wie der Amerikaner sagt. Von Newark ging es dann ab gen World Trade Center. Der 11. September wird wohl immer das bleiben, was ich mit New York verbinde, daher also ein Pflichtbesuch. Das Denkmal ist auch absolut gelungen, muss man mal selber gesehen haben. Für das neu eröffnete Museum fehlte leider das Kleingeld, aber nach New York wird man/ich wohl nochmal kommen. Nach einem Besuch von Wall Street, Little India und ein paar hippen Spots und Vierteln, traf ich mich mit USalex in einem Park. Weil in unserer Bude noch Platz war, konnten wir auch ihn noch einquartieren. Zu Fuß ging es dann nach Williamsburg, die Stadt nochmal aus einer anderen Perspektive betrachten, lohnt richtig! Zurück ging es über die Brooklyn Bridge, kein Geheimtipp, will nicht wissen, was hier im Sommer los ist. Der Abend endete bei Pizza und Budweiser in der Hood in Jersey City.

Der Dienstag brachte endlich mal wieder die frohe Botschaft: Fussball! Zudem in einem megageilen Stadion als Abschluss der US-Tour, was will man mehr. Bis 16 Uhr: hippe Yuppie-Viertel, Cola und Pizza. Dann ging der Spaß los. Der US-Amerikaner an sich fährt nicht so gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln, das war mittlerweile klar. Und weil kein Football war, fuhr auch kein Sonderzug. Für den Shuttle Bus zum Stadion waren wir uns deutlich zu schlau, daher fuhren wir mit 50 Cent Ersparnis mit einem normalen Bus und fanden uns an der gewünschten Haltestelle an einem Highway wieder. Recht unseriös, mussten wir ein paar Ausfahrten und Grünstreifen überqueren, um dann durch einen Zaun auf einen Parkplatz zu gelangen, von dem der Highway sicher zu überqueren war. Im freien Wlan des Stadions gab es die erfreuliche Nachricht, dass Freikarten hinterlegt waren, leider erreichte Ralf die Nachricht nicht früh genug, so konnte aber immerhin Alex sie nutzen.

Brasilien - Ecuador 1-0, Freundschaftsspiel, Met Life Stadium, 35.000 

Etwas glücklick ob des gesparten Geldes (Tageskarten hätte es ab frechen 40 Dollar gegeben) ging es erstmal ein paar free drinks abstauben und die Lage checken, dann aber nochmal raus, denn da war richtig was los. Die Südamerikaner hatten die Parkplätze erobert und feierten doch ein riesiges Grillfest. Ähnlich wie die Leute beim football, nur mehr Feuer, mehr Musik und halblegale Stände, die vor allem Fleisch verkauften. Für 5 Dollar gab es einen Spieß, kein Schnapper, aber besser als 5 für einen lausigen Hotdog.
Im Stadion selbst war nicht so richtig viel los, immerhin der unterste der drei Ränge war gut gefüllt. Da hatten Stars wie Neymar wohl nicht so gezogen, aber der eigentliche Star war ja sowieso das Stadion. Schon ziemlich gut hier ein Fußballspiel zu sehen, sonst findet hier eigentlich eher wie schon geschrieben football statt, letztes Jahr unter anderem der Super Bowl. Ein Dach gibt es auch hier nicht, dafür sind die Seiten durchgehend, was das Stadion noch gigantischer erscheinen lässt.
Von unseren semi-business Seats hatten wir dann auch beste Sicht auf den Rasen. Für ein Freundschaftsspiel ging es schon recht gut zur Sache. Das einzige Tor des Abends fiel nach klasse Neymar Pass für Brasilien.
Nach Anpfiff gab es noch einen warmen Tee, dann wollten wir eigentlich mit einer Linienbusverbindung heimwärts. Der kam und kam nur nicht und letztlich sprangen wir in das letzte Taxi und liessen uns fuer 25 Dollar kutschieren, was soll's.

Zurück im Appartment war die entschridende Frage, noch ein paar Stunden Schlaf zu sammeln oder direkt zum Airport zu brettern und dort abzugammeln. Es hätte alles nichts gebracht, aber ich blieb letztendlich noch drei Stunden da und fuhr dann mit der Bahn los. Lief alles reibungslos und eingechecked bin ich auch. Zeit für ein USA/Kanada Fazit. Ich sag einfach mal, dass sich jede Automeile ausser zum Jfk gelohnt hat. Dazu gab es sechs mal Fußball, zweimal Baseball und einmal football, auch nicht verkehrt. Da ich insgesamt auch mein budget einhalten konnte, bin ich äusserst zufrieden. Hoffen wir mal, dass es Ralf auch gefallen hat und er mich im Oktober in die Wohnung lässt...

Der nächste Bericht dann also aus Panama. Una cerveza grande porfavore!

Donnerstag, 4. September 2014

USA / Teil 2

Donnerstag 28.09.2014

Die Reifenfrage stand noch im Raum, als erstes gab es aber mal ein Frühstück. Im Prinzip das gleiche wie sonst, Toast mit Erdnussbutter und Bananen, nur zusätzlich noch gekochte Eier und das ganze halt gratis. Am Abend vorher war mit der Rezeption abgemacht worden, dass sie uns unsere Tickets für die anstehenden Sportevents drucken, leider war die scheinbar einzige fähige Dame abwesend. Das Versprechen, sie würde auftauchen, stellte sich später noch als Verwechslung raus und um 11.30 h war es dann zu viel des guten und wir fuhren los. Das größte Problem an der Grenze war die lange Schlange, die german students durften wieder rein ins land of the free und steuerten direkt die Autovermietung an. Die wollte zwar direkt den Wagen tauschen, konnte aber mangels vorhandener Autos nicht. Dafür liess man uns ans Telefon, um die Service Hotline zu kontaktieren. Diese war entgegen der Horrorvisionen absolut kompetent und freundlich, musste uns aber an eine Werkstatt verweisen, wenn wir nicht nach Pittsburgh wollten. Werkstatt vorgezogen und in der zweiten wurden wir zwar gebeten zu warten, aber nach 1 1/2 Stunden beim König der Burger, reichlich Dr Pepper, wurde der Reifen vom Auto gepuhlt und geflickt. Seit Boston hatte wohl ein Nagel dringesteckt. Kurze Party unsererseits, das hätte auf den 1600 km ja auch mal ganz anders ausgehen können. Noch größere Party für den genommenen Preis: 0,0000 Dollar. Hätten zwar jeden Cent wiederbekommen, aber so war es ja noch viel besser. Nächster Termin: copyshop. Denn für den Abend hatten wir Tickets für das american football Spiel der Buffalo Bills für schlanke 3,50 Dollar erworben, die noch zu Papier gebracht werden mussten. Der fedex war zwar teuer, aber wir hatten die Tickets, das lief ja heute alles. Am Stadion dann mal wieder der alte Parkplatzscherz. Natürlich kostet am Stadion parken 25 Dollar, wenn schon kein öffentlicher Nahverkehr hinfährt. Um die Ecke gab es den Spaß dann für 8 Dollar, hilft ja alles nichts.

Buffalo Bills - Detroit Lions 0 - 23, Nfl pre season, Ralph Wilson Stadium, ca. 20000 Zuschauer

Am Stadion ging es für mich erstmal wieder zurück zum Auto, meine Umhängetasche war den paranoiden Amis zu groß. Immerhin konnte ich mir so nochmal das Schauspiel auf den Parkplätzen geben, auf denen wieder reichlich gegrillt und Bier genascht wurde. Mit weniger Gepäck durfte dann auch ich den Koloss betreten. 72.000 passen rein, so viele waren heute bei weitem nicht da. Es ist halt noch pre season, das heisst, es finden für jedes Team vier von der Nfl festgelegte Testspiele statt. Es geht für die Vereine um die goldene Ananas, für die Spieler steckt aber schon ernst dahinter, denn zum einen sind die Kader vor den Spielen noch so voll, dass nach jedem aussortiert wird und zum anderen sind die Positionen auch danach noch mehrfach besetzt, gesetzt sind wenige, also ein guter Auftritt ist Pflicht. Auch das Stadion in Buffalo hat kein Dach und ist an den Seiten recht flach. Das dürfte im Winter zu sibirischen Zuständen führen. Scheint aber keinen zu interessieren. Das Entertainmentprogramm war hier schon deutlich stärker ausgebaut, aber immer noch im Rahmen. Die Leute waren aber scheinbar auch nicht nur zum fressen da. Während, vom Stadion sichtbar, die Sonne hinter Buffalos Skyline versank, sahen diese eine desaströse Leistung der heimischen Bills. Da ging kein Angriff über die Mittellinie und die Angreifer der Lions hatten zum Teil wenig Probleme. Zur Halbzeit stand es 20-0 fuer die Gäste, was dazu führte, dass die Heimfans von nun an konstant die Bude verliessen. Die wenigen dagebliebenen machten trotzdem eine Laola, spätestens nach dem 0-23 durch ein Fieldgoal wurde es aber wirklich richtig leer. Wir blieben die gesamten drei Stunden bis zum Schluss und hatten so freie Bahn bei der Abfahrt. Übernachtet wurde erstmals wieder auf einem Parkplatz statt auf einem Rastplatz. Wie immer war aber alles locker und entspannt.
Neuer  morgen und wieder Sport auf dem Programm, dafür mussten wir allerdings erst nach Toronto. In Niagara noch kurz die amerikanische Seite der Fälle gesehen und festgestellt, dass die kanadische wirklich besser ist, also zu mindest die Aussicht. Die Städte auf beiden Seiten sind schon echt überhaupt nicht schön.  Aber nunja, wir wollten ja nach Toronto und kamen dort auch dank bisher zuverlässigem Navi gegen Mittag an. Weil entspannter, parkten wir an der Haltestelle "Downsview" für 4 Dollar die Karre und fuhren mit der Metro für 3 Dollar rein. Der erste Anlaufpunkt sollte das Fussballstadion sein, um schon mal Tickets für den nächsten Tag zu holen. Die Entfernung dorthin hatte ich allerdings gehörig unterschätzt. Als wir dann endlich mal da waren, eine noch größere Überraschung. Rund um das Stadion war ein Rummel aufgebaut, für den ernsthaft Eintritt verlangt wurde. Immerhin konnte Man für 30 Dollar ein Deposit-Ticket kaufen, mit dem Man sein Geld wieder bekommt, wenn man den Park vor Ablauf einer Stunde wieder verlässt, obersinnlos. Am Stadion hatte dann aber tatsächlich ein Tickets-Schalter offen, es gab aber nur noch Karten für 45 Dollar. Danke nein. Es bedurfte eines geilen Burgers, der beste der Tour bisher, um wieder klare Gedanken fassen zu können. Was tun? Einfache Antwort: auf das major league Spiel verzichten und halt zu einem Spiel der kanadischen Liga gehen, so nämlich. Das bessere Stadion hat eh der kleine Verein. Eine Sorge weniger, jetzt war aber sowieso erstmal Baseballzeit. Direkt am CN-Tower, einem der höchsten Türme der Welt, liegt das Rogers Centre. Das Teil ist multifunktional, heisst, hier kann eigentlich jede Ballsportveranstaltung ausgetragen werden. Je nach dem stehen standen 35-60.000 Plätze zur Verfügung. Zum Baseball sind es 52.000, von denen die meisten natürlich nicht pünktlich da waren.

Toronto Blue Jays - New York Yankees 3-6, MLB, Rogers Centre, ca. 40.000 Zuschauer

Die Karten hatten wir vorsorglich wieder online erworben, obwohl es dazu tatsächlich keinen Grund gegeben hätte. Kam preislich aber auf das gleiche hinaus, also auch egal. Im Gegensatz zum letzten Baseballspiel hatten wir heute absolute Topplätze im Oberrang hinter der Schlagposition und mit 15 kanadischen Dollars waren diese auch vertretbar teuer. Immerhin ging es heute ja gegen die berühmt berüchtigten Yankees, womit wir dann wohl mehr Spiele von denen gesehen haben dürften als 96 Prozent der Cap-Träger Deutschlands. Das Spiel plätscherte so vor sich hin. Das interessanteste war lange Zeit das kanadische Vater Sohn Gespann zu unserer linken, das uns über Gott und die Welt ausfragte. Man kommt zum Baseball wirklich hauptsächlich wegen Bier und Popcorn, verständlich. Da das Bier aber weiterhin 10 Dollar kostete, beliessen wir es bei Kaffee zum Normalpreis von 1,50. Nach 3 1/2 Stunden und Immerhin 9 Punkten war das Spiel vorbei. Baseball ist Echt cool, aber dauert mindestens drei Innings zu lang. Mit der Metro ging es recht entspannt wieder raus, die meisten waren ja eh wieder vor Abpfiff weg. Genächtigt wurde zur Freude von Rastplatz-Ralf wieder an der Autobahn.

Samstag, 30.08.2014

Hatte schon bessere Nächte, aber Auto ist auf jeden Fall zum aushalten. Trotzdem sollte über eine Hotelapp, bei der ich noch Guthaben hatte, mal wieder ein Hotel für den Abend gebucht werden. Problem: erneut der anstehende Feiertag und damit keine freien Betten. Da also wieder eine Nacht im Auto anstand, musste eine Dusche her und die gab es erneut von den netten Menschen eines Ymca, hier soziale Einrichtung mit Fitnesstudio, und dieses mal sogar für lau. Wieder in downsview geparkt, am Wochendende kostet das ebenfalls nichts, lief also. Die Stunden bis zum Fussballspiel wurden ohne nennenswerte Attraktionen verbracht. Allgemein ist Montreal schon cooler, Toronto hat dafür die bessere Waterfront und kein französisch. Gebaut worden schien in den letzten Jahren auch ordentlich zu sein, hauptsächlich aber lustlose Glashochhäuser. Da war das Viertel rund um das Lamport stadium schon deutlich attraktiver. Alte Backsteinhäuser mit hippen Läden und Leuten, dazu ein paar Pubs, hier liess es sich eher aushalten und deshalb gab es auch nochmal den geilen Burger von gestern, Kanada ist Ja nur einmal im Jahr. Am Stadion war wie zu erwarten noch überhaupt gar nichts los, was sich auch bis Anpfiff nicht änderte. Auch eine Kasse für Eintrittskarten gab es nicht.

Serbian White Eagles - York Region 1 -1, Canadian Soccer League, Lamport Stadium, ca. 50 Zuschauer

Schade eigentlich, denn das Stadion hätte es durchaus verdient gehabt. Auf beiden Seiten viel Beton und ein paar Plastikbänke für vielleicht 10.000 Leute, in der Mitte Kunstrasen, hätte genau so gut in Afrika stehen können, war aber weniger Staub da.
Das Spiel an sich war tendenziell unter Bezirksliganiveau, da hatte ich mir mehr versprochen, Immerhin führt York die Tabelle ungeschlagen mit 10 Punkten Vorsprung an. Die Serben konzentrierten sich dementsprechend darauf, hinten die 0 zu halten und dabei reichlich Tritte zu verteilen. Die waren für die Gäste jedes mal wieder Eine Beleidigung gegen ihre Spielkunst. Es folgte eine Beleidigungsorgie des Schiedsrichtergespanns, das ich wirklich auf noch keinem Platz gehört habe. "Fuck you, ref" war da fast noch nett. Witzig anzusehen für uns, aber trotzdem wirklich unterste Schublade. In Halbzeit zwei gingen die serbischen, weissen Adler, auch ein guter Name übrigens, durch einen berechtigten Elfmeter in Führung und brachten die Gäste an den Rand ihrer ersten Niederlage. Es folgte noch mehr Getrete und Gemecker, in der 85. konnte sie ein direkt verwandelter Freistoß aber noch retten. Mit Schlusspfiff gab es dann noch einen Ellenbogen für einen Spieler von York, das Theater war komplett und der Schiri wohl froh als er endlich in die Kabine konnte. Unterdessen besprachen jeweils drei Fans oder Zugehörige, so ganz klar war das nicht, der Mannschaften das Spiel nochmal unter 12 Augen. Beim Nachspielen einer kniffligen Szene wurde aber auf einmal die Sportart gewechselt. Die Serben wollten boxen, die schwarzen Yorker Tritte und Stühle verteilen. Zum Glück waren wir in Kanada und nicht in den USA, ich weiss schon wen die Knarre ausversehen getroffen hätte, wenn sie denn gezogen worden wäre. Nachdem auch beide Mannschaften erst noch mitmischten, konnte die Situation irgendwie beruhigt werden. Das obligatorische "hier sind auch Kinder" durfte natürlich auch nicht fehlen und die Bullen kamen auch noch. Großes Kino, danke, kanadische erste Liga. Mit der Metro ging es dann wieder zum Wagen und mit dem mangels Hotel wieder zur Raststätte. Good nite, oh canada, not my home and not my native land.
Der nächste morgen brachte nicht viel ausser graue Wolken. Um für die anstehenden Fahrten fitter zu sein buchten wir uns für unverschämte 70 Dollar ein Motel für den Abend, was haben die hier auch alle frei, wenn man mal da ist. Planlos fuhren wir dann Richtung heutigem Spielort, um uns währenddessen zu überlegen, dass ein Kinobesuch sinnvoll wäre, um die Zeit bis 17.30 Uhr rumzukriegen. Gesagt, getan und Dank "guardians of the galaxy" in einem superduperkino mit Stromausfall in Lederklappsesseln war es dann endlich wieder soweit: Fußball! Das Stadion war um die Ecke und weil wir so früh da waren, konnten wir sogar noch den B-Mannschaften eine Halbzeit lang im Viktoria Park Stadium zugucken. Dieses war mehr oder minder ein Sportplatz in einem Industriegebiet, an dessen einem Rand noch zwei Plastiktribuehnen fuer ein paar hundert Zuschauer standen. Eintritt wurde erst ab dem zweiten Spiel in Höhe von 10 Dollar verlangt, den mussten sämtliche angereisten Deutschen allerdings nicht zahlen.

Brampton United - Burlington Sc 0-2, Canadian Soccer League, ca. 30 Zuschauer

Wieder lockte der Kick im Prinzip nur Angehörige. Der Kanadier an sich mag Fußball nicht, wenn dazu nicht noch Event geboten wird. Und zu spielen schienen es auch nur Migranten, die Amtssprachen auf dem Platz waren jedenfalls nicht englisch. Gemeckert wurde auch heute wieder, allerdings nicht wie auf dem Niveau, auch spielerisch war das etwas mehr. Spielverlauf erspar ich jetzt mal jedem Leser, am Ende hat Burlington halt 2-0 gewonnen und dorthin fuhren zum übernachten auch wir. Denn das gebuchte Motel lag genau dort. Zu unserer eigenen Begeisterung wurde noch Bekanntschaft mit dem Maut-System im Großraum Toronto gemacht. Das schiesst nämlich einfach ein Foto, nunja, mal schauen wie teuer das wird.
Das Motel des schmatzenden Inders war ganz ok, aber wie schon geschrieben völlig überteuert, was solls, ab morgen wieder USA.

Montag, 01.09.2014

Tag der Arbeit in Nordamerika. In Kanada heisst das Supermärkte zu, im Land der unbegrenzten Öffnungszeiten natürlich nicht. Das Tagesziel war ein State Park in Pennsylvania, das gegen Nachmittag und nach diversen Landstraßen erreicht wurde. Der "grand canyon pennsylvanias" war ein Fluß durch bewaldete Berge, auf den wir eine hervorragende Sicht genossen, um anschließend noch ein wenig über ein paar Wurzeln zu fallen. Zum Übernachtung ging es nach dem obligatorischen Burger wieder zu Wal-Mart.
Trotz Öffnungszeiten von 24/7 war es nachts ruhig, es war eher die Hitze, die die Augen recht spät zufallen liess, genug Schlaf gab es aber trotzdem. Die 3 1/2 h bis Philadelphia waren daher schnell und sicher gefahren. Der Wagen durfte am noch geschlossenen Hostel warten, das irgendwo im grünen außerhalb lag. Mit dem Bus für 2 Dollar ging es dann direkt stadteinwärts, in Philly gibts schließlich was zu sehen. Und das war zu allererst mal das historische Viertel, in dem Amerika seine Freiheit erlangte. Auf den Spure von dem Lincoln, Washington und co wurden diverse wichtige Ort abgeklappert, natürlich auch die Liberty Bell mit ihrem van berühmten Riss, die fast erstaunlicherweise sogar gratis zu sehen war. Danach noch durch das ziemlich authentische Chinatown geschlendert, das sollte für heute reichen. Mittlerweile herrschten draußen auch schlanke 33 Grad, da vergeht die Lust auf Stadtrundgänge recht schnell. Auf der Rückfahrt gab es nochmal einen eindrucksvollen Ausblick auf amerikanische Vorortghettos. Im Bus waren wir mit unserer Hautfarbe trotz Urlaubsbräune stark in der Unterzahl und die Gegenden, durch die wir fuhren, passte zu den recht vergammelten Leuten, die so ausstiegen. Wobei auch in Philly selbst eine erstaunliche hohe Anzahl an merkwürdigen Leuten umherwandelte.
Im Hostel, wohl ein ehemaliger Landsitz oder ähnliches, gab es erstmal eine Dusche und reichlich Entspannung. Die wenigen Nächte mit Bett und Dusche muss man ja genießen.
Am letzten Tag von Woche zwei ging es per Fuß in die Stadt. Die Karte zeigte einen Weg, durch Parkanlagen, der sich als nicht ganz so attraktiv herausstellte. Aber Immerhin gingen wir so die Trainingsstrecke von Boxer Joe Fraizer ab, ist ja auch was und ans Ziel kamen wir auch, dem museum of art. Nicht dass ich auf Einmal bock auf Kunst habe, keine Sorge, aber an diesem liegen die Treppen, an denen Rocky in seinem Film trainiert. Weiter ging es in die free library of Philadelphia und dort in die Abteilung für seltene Bücher. Scheinbar waren wir die ersten heute, die Ausstellungsstücke mussten nämlich erstmal von ihren Vorhängen befreit werden. Zu sehen gab es dann zahlreiche alte Relikte aus vergangenen Jahrhunderten, zum Beispiel eine Ausgabe vom berühmten Rattenfänger aus dem 19. Jh., sowie Originalschriften von Charles Dickens und Edgar A. Poe. Als Highlight wartete noch dessen ausgestopfter Rabe am Ende auf uns. Ein paar Blocks weiter gab es sogar ein von ihm bewohntes Haus zu sehen, leider aber heute geschlossen. Weil die Hitze schon wieder stark zunahm gab es nur noch ein Cheese and Steak Baguette auf die Hand und dann ging es im Ghetto Bus zurück zum Hostel. Denn schließlich stand heute endlich mal wieder Fußball auf dem Programm. Der Ppl Park liegt wie die meisten Stadien natürlich weit außerhalb, also ging es mal wieder im Auto raus, um bereits zwei Stunden vor Anpfiff am Ground anzukommen. Viel zu früh, aber lieber das als zu spät, bei dem Verkehr hier weiss man das ja nie. Viel los war noch nicht. Das wiederum war zu erwarten, denn wir hatten mal wieder bereits vorher online für 17 Dollar das Ticket eines anderen erworben und damit 10 Dollar zum kleinstmöglichen Originalticketpreis gespart, können also nicht so sehr gefragt gewesen sein. Uns egal, nach Umrundung des Grounds und kurzem Werbeblock ging es rein in die gute Stube.

Philadelphia Union - Toronto FC, 1-0, MLS, Ppl Park,15.238

Das Stadion an sich ist nicht über spektakulär. Ein zu 3/4 durchgehender Rang, im Supportersbereich sogar noch etwas kleiner, ein paar Logen, erwähnenswert wohl, dass es ein Dach gibt und das Teil tatsächlich nur für Soccer gebaut wurde. Geil aber ist die Umgebung des Stadions. Direkt am Delaware River gelegen mit Sicht auf eine hübsche Brücke, deren toller Name mir leider entfallen ist, die nach New Jersey rüberführt. Im Sonnenuntergang fast malerisch.
Auf dem Platz waren sogar ein paar bekannte Spieler. Bei Toronto kickt WM-Kapitän Michael Bradley und bei Union H96-Aufstiegsheld Conor Casey. Schon cool den nochmal zu sehen. Zum Einlaufen der Mannschaften gab es erschreckenderweise Rauch auf Seiten der Heimfans und das auch noch erlaubterweise. So kann es natürlich auch gehen, in Deutschland wäre wohl wie vom Einmarsch der Isis nach Bayern berichtet worden. Das Spiel selbst war dann auf recht gutem Niveau, mal wieder nur ein Tor gesehen, aber das immerhin von the one and only Conor Casey, geil!
Nach Abpfiff ging es rüber nach New Jersey, eine letzte Nacht im Auto stand noch aus und dafür ging es wieder zu Wal-Mart. Gute Nacht, home of the free.

Das war dann also die zweite Woche Nordamerika. Der nächste Eintrag wird sicher nicht ganz so lang, langweilige Tourigeschichten aus New York interessieren niemanden, daher spar ich mir die Mühen. Falls aber doch mal wieder irgendwas felixmäßiges passiert, seid ihr wie immer die erstletzten, die es lesen. Dranbleiben lohnt.

Sonntag, 24. August 2014

USA / Teil 1

Donnerstag 21.08.2014

Der Icelandair-Bomber fliegt die Strecke unter Zeit, trotzdem hätten sie mal ein paar Snacks reichen können. Sei es drum, um halb 1 Ortszeit betrete ich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. USA! Im Terminal wartet schon Mitbewohner Ralf, der sich die nächsten 3 Wochen mit mir antun will. Als erstes gilt es den Mietwagen abzuholen. Der wartet allerdings auf Grund von erheblicher Ersparnis am Airport Newark auf uns. Das bedeutet einmal durch die ganze Stadt. Eine Busverbindung fuer 24 Dollar soll es richten, fährt uns allerdings in den ersten fetten Stau. Und der will auch nicht mehr aufhören. Immerhin gibt es direkt ne kleine Stadtrundfahrt. Am Ende brauchen wir gute vier Stunden. Nach Flug und wenig Schlaf etwas zermürbend. Endlich on the road direkt mal wieder Stau. Schon nervig. Da es aber eh kein Ziel gab, war die Welt in Ordnung. Nach Stop beim goldenen M, befinden wir uns irgendwo in Connecticut und halten mal nach einem Schlafplatz Ausschau. Am Strand hingen zu viele Leute in Autos rum, daher ging es auf einen Wal-Mart Parkplatz. Dort offenbart sich allerdings ein Problem. Die Karre ist nicht gerade dafür gedacht, zwei Menschen zu beherbergen. Die riesige Kofferraumabdeckung des Ford Fiesta will nicht weg. Also einer auf den Beifahrersitz und der andere mit angewinkelten Beinen auf Rückbank und Ladefläche. Klappt hervorragend und es gab ausreichend Schlaf fuer alle Passagiere.
Gegen 7 sind wir wieder auf den Beinen. Wal-Mart öffnet seine Pforten und es gibt ein paar Scheiben Toast mit Erdnussbutter. American Way of life. Da bis zum Termin am Abend noch reichlich Zeit ist, laufen wir noch über den nahegelegenen Strand, dann sind wir wieder on the road. Und fahren mitten durch Amerikas New England. Absolut geile Gegend. Wenn gerade mal keine hügeligen Wälder auftauchen, gibt es Buger an Burgerladen bis zum Horizont. Einfach klasse. Zur Mittagszeit nehmen wir noch Providence, die Hauptstadt des Staates Rhode Island mit und dann wird Kurs auf den Fenway Park genommen. Denn dort findet der entscheidende Tagestermin statt. Nein, kein Fussball, sondern Baseball. Muss man ja mal gesehen haben, wenn man schon mal da ist. Das Stadion wurde auch schnell gefunden, Parkplätze hingegen waren absolute Mangelware. Der Kurs hierfuer lag zwischen 40 und 60 Dollar. Verbrecher. Also wieder raus aus der Stadt und zu einem Park and Ride Platz. Hier durfte fuer 6 Dollar geparkt werden und fuer 2,65 pro Baseballfan und Strecke ging es mit der Bahn zum Ground. Da sich die Redsox großer Beliebtheit erfreuen, waren die Schwarzmarktpreise doch recht hoch. Es gab aber noch Tagrskarten, auch wenn die mit 33 Dollar durchaus nicht günstig waren. Aber egal, wir wollten rein und werden vermutlich nicht mehr so schnell Baseball gucken, also zugeschlagen, am Ende ärgert man sich ja doch mehr, wenn man es nicht macht. Noch einen Burger geschnappt und rein in den Tempel.

Boston Redsox - Seattle Mariners 3 - 5, Major League Baseball, Fenway Park, 37.499 Zuschauer 

Zugegeben ich hab keinen Vergleich, aber das Stadion ist schon echt ganz geil. Mitten zwischen den Häusern tauchen die Stahltreppen und Backsteine auf. Vor den Tribuehnen ist alles verwinkelt wie eine Fabrik und die Ränge bestehen aus Bänken, die aussehen wie festgenagelte Gartenstuehle. Alterhrwürdig trifft es schon gut. Das Vorprogramm hielt sich mit Nervigkeit auch angenehm zurück. Ab und an wurde mal ein krankes Mädchen oder ein Dauerkarteninhaber des Tages gezeigt, sonst wenig. War aber auch kaum einer da, den das hätte interessieren können. Die große Menge kam erst kurz vor oder kurz nach Beginn, viele auch noch später. Verpasst haben sie nichts. Die ersten vier von neun Innings passierte absolut gar nichts, ausser, dass die Leute immer weiter fraßen und trinkten. Dann schafften es die Redsox tatsächlich drei Leute um jede Base zu schicken, das ist gleichbedeutend mit drei Punkten. Danach passierte wieder lange nichts und nach über drei Stunden Spielzeit wurden die Augen immer schwerer. Dann endlich letztes Inning, über die Hälfte war schon siegesgewiss oder desinteressiert gegangen, und auf einmal passiert richtig was. Die Mariners haben schon zwei Outs und der Schläger schon zwei Strikes. Kurz: noch einmal nicht treffen und das Spiel ist aus und die redsox gewinnen. Er trifft allerdings und weil zusätzlich schon drei Spieler unterwegs sind, holen die Mariners auf einmal auf. Das ganze wiederholt sich noch zweimal bis es auf einmal 5-3 fuer die Gäste aus Seattle steht. Bitter fuer die redsox, die mit ihren eigenen Versuchen selber nichts mehr holen können. Das ist Baseball, das war lange Zeit langweilig ohne Ende, aber am Ende doch ganz interessant. Vermutlich nicht so schnell wieder. Nach Abpfiff ging es mit der Bahn wieder raus nach Riverside. Auf Grund der fortgeschrittenen Uhrzeit gestaltete sich die Schlafplatzsuche etwas nervig, konnte aber auf einem Rastplatz an einem Interstate beendet werden.

Samstag, 23.08.2014

Die Nacht im Auto war erneut absolut zufriedenstellend und nach einer Dusche in einem Fitnesstudio fuer 5 Dollar, lag uns praktisch die Welt zu Füßen. Erstmal sollte aber Boston reichen und dorthin ging es wieder per Bahn, wieder von Riverside. In Boston herrschte touristische Hochstimmung. In den USA sind auch noch Schulferien und Asiaten sind ja immer überall. Abgelaufen wurde der "freedom trail", der im Prinzip an allen wichtigen alten Gebäude vorbeiführt, wobei alt für den Europäer an sich natürlich relativ ist. War aber doch relativ ansehnlich und interessant, schließlich fand in Boston der Aufstand gegen die Engländer ihren Anfang. Der Kampf für die Unabhängigkeit ist hier, also in Nee England, doch sehr präsent. Nicht zuletzt bei Football und fussballmannschaften. Und dorthin sollte es nach einer Burgerstärkung auch gehen. Das Stadion wird von beiden Sportarten genutzt und liegt ca. 30 km von Boston entfernt mitten im gar nichts. Weil heute Fußball dran war, gab es auch noch reichlich Tickets, 25 Dollar für das günstigste und dazu gratis parken. Neben dem Tempel fuer knapp 65.000 Fans ist dann auch direkt eine dezent große Einkaufsmeile, irgendwie muessen die Parkplätze ja genutzt werden, wenn kein Sport ist. Da wir viel zu frueh da waren, sind wir kurz nochmal weg, waren aber zwei Stunden vor Spielbeginn wieder da. Mittlerweile hatten sich auf dem Parkplatz zahlreiche Einheimische mit ihren Pickups eingefunden, die dort ein riesiges Grillfest veranstalteten. Schon geil. Muss man sich mal vorstellen. Vorm Heimspiel im Niedersachsenstadion mal eben noch auf den Schützenplatz, Grill anschmeissen und ein paar Biere zischen. Und heute war nur Fußball. Muss wie auf einem Festival sein, wenn erst Football ist und wirklich 65.000 kommen. Mit bester Laune ging es dann also hinein.

New England Revolution - Chivas USA 1-0, Major League soccer, Gillette Stadium vor ca. 10.000 Zuschauern

Richtig viel los war nicht. Fußball ist doch noch etwas Randsportart, dafür schienen die Leute anders als beim Baseball nicht nur zum saufen und fressen gekommen zu sein. Das Stadion an sich ist natürlich völlig geil. Zu zwei Seiten nur ein Rang. Haupt- und Gegentribuehne wachsen nur so in den Himmel, dadurch zieht es im Stadion ohne Ende. Und die footballsaison beginnt jetzt erst und endet im Februar. Da wird im fanshop wohl die ein oder andere Regenjacke und oder  Decke verkauft. Heute blieb es aber trocken. Unter Flutlicht lief dann ein gruseliges Spiel ab. Immerhin schaffte es die Heimmannschaft nach 56 Minuten mich das erste Tor auf dem nordamerikanischen Kontinent sehen zu lassen. Angelehnt an die alten Freiheitskämpfer feuern fünf Patrioten nach den Toren und Abpfiff auch direkt mal ihre Waffen ab und das direkt neben dem Gästetorwart, klasse. Ansonsten war angenehm wenig los. Mal abgesehen davon, dass das Spiel noch auf beiden Videowänden übertragen wurde und die Werbetafeln überdimensioniert sind, ist so ein Bundesligaspiel doch schon deutlich mehr zum Event verkommen. Über die Lautsprecher kamen kaum Durchsagen und nicht mal ein nerviges Halbzeitspiel gab es. Am Ende stand dann der dritte Länderpunkt für Ralf und ein neuer Kontinentalpunkt, inklusive Länderpunkt für mich. Fehlen nur noch Südamerika und Ozeanien an Verbänden. Zum pennen ging es weg vom Stadion auf einen Wal-Mart Parkplatz. Auf dem waren Übernachtungsgäste leider explizit untersagt. Zum Glück war der nächste große Parkplatz keine 100 Meter weit weg.
Der nächste Morgen brachte zunächst die Gewissheit, dass jetzt erstmal vier Tage kein Sport auf dem Programm stehen würde. Als erste Alternative gilt da oft: Natur. Also wurde die Karre drei Stunden nach Norden in den Bundesstaat New Hampshire gelenkt, Ziel: white mountains. Die komplett bewaldeten Berge konnten ganz amerikanisch mit dem Auto durchquert werden. Ein sogenannter scenic-drive kreuzt den Nationalpark und bietet regelmäßig Parkmöglichkeiten an Aussichtspunkten oder Wasserfällen. Die Tagesgebühr fürs Parken lag bei 3 Dollar. Sehr fair. Um den Fortschritten der Zivilisation nicht ganz zu entfliehen, entschieden wir uns abends ein Motel aufzusuchen. Mit 65 Dollar zwar etwas überteuert, aber dafür lag es auch in einem stark touristischen Geniet, wo sonst nicht viel ist. Tatsächlich sogar das erste richtige Bett seit Aufbruch aus Deutschland. Na dann mal gute Nacht.

Montag, 25.08.2014

Nach einem lockeren 10 h Schlaf ging es mal wieder auf die Straße. Ist ja schließlich ein Roadtrip. Heutiges Ziel: Montreal, Kanada. Dafür ging es mal wieder in Richtung Norden. Die Landschaft um uns herum wurde bis zur Grenze immer leerer. Nicht mal ein mcdonalds tauchte auf und die gibt es sonst wirklich aneinandergereiht. Nunja, Grenze wurde problemlos genommen und nach weiteren 1 1/2 h waren wir im französischsprachigen Montreal. Auf einem Park and ride Parkplatz durften die ersten Dollar gespendet werden, dann ging es per Metro die Stadt erkunden. Der Tageskartenpreis von 10 Dollar, wobei das ja auch nur 6,60 Euro sind, überzeugte nicht so, die Stadt selbst dafür schon. Zum Teil alte Häuser, Kirchen und Unis in tiefen Häuserschluchten. Dazu der Mount Royal, der über der Stadt thront und von dem man einen klasse Ausblick hat, wenn man den Aufstieg überlebt. Nachdem auch noch das alte Olympiagelände, inklusive neuem Fußballstadion begutachtet wurde, ging es in den Abendstunden noch ein Stück weiter. Montreal hat absolut überzeugt, nur das französisch ging absolut gar nicht.
Die Nacht wurde auf einer Autobahnraststätte verbracht. Auch hier übrigens keinerlei Probleme. Als Tagesziel guckten wir uns mangels Reiseführer auf google maps einen provincial Park aus, der so ziemlich auf der Strecke gen Westen lag aus. Für 14 Dollar gab es einen Tagespass für das Auto. Das musste allerdings auf dem Parkplatz warten, während wir uns auf einen 15 km Marsch durchs Gestrüpp machten. Die Gegend war nicht "atemberaubend" wie sonst für den ein oder anderen Reisenden ja vieles auf der ganzen Welt, dafür aber menschenleer. So latschten wir seelenruhig zwischen ein paar Seen hindurch. Die Wege an sich waren relativ naturbelassen, dafür aber gut beschildert. Von wilden Tieren war leider nicht so viel zu sehen. Eine kleine Schlange, etliche Frösche, Streifenhörnchen, tausende Insekten und ein Reh kreuzten unseren Weg, das war es. Nach 4 Stunden waren wir durchgeschwitzt wieder am Auto, eine Dusche musste her. Nach etwas Gesuche fand sich die auch für 5 Dollar in einem Gemeindezentrum einer Ortschaft am Highway. Danach noch einen geilen Burger bei a and w, einer kanadischen Kette, absolut zu empfehlen, verhaftet und der Tag war mal wieder rum. Wieder auf einen Rastplatz, wieder keine Probleme. Am nächsten Tag ging es vorbei an Toronto zur kanadischen Seite der Niagara Fälle. Zur Abwechslung gab es mal wieder ein Motel für schlanke 20 Dollar pro Person. So sah das ganze allerdings auch aus, vor allem die Leute, die sonst so da waren. Aber wir waren Ja wegen des fallenden Wassers da und die sind absolut beeindruckend, da kann man nichts sagen. Die etlichen Touristen nerven zwar, aber gut, die sind überall. Weil keine Lust Geld auszugeben, wurde auf sämtliche Schiffs- und Fahrstuhlfahrten verzichtet, dafür aber etliche Fotos geschossen. Am abend schauten wir uns das ganze nochmal beleuchtet an, auch das schick und außerdem gab es noch ein Feuerwerk, da war unser Timing top.

Das war also die erste Woche USA, bisher lief alles top. Das erste übel scheint aber zu warten, der Mietwagen verliert auf einem Reifen Luft. Es bleibt spannend.

Samstag, 16. August 2014

Island

Donnerstag 16.08.2014:

Endlich geht es also mal wieder los. Im Gegensatz zur langen Überlandreise im letzten Jahr werde ich dieses mal im Vergleich relativ häufig ein Flugzeug benutzen, um voran zu kommen. In einem Monat sollen aber auch wieder alle Freunde des Personennahverkehrs auf ihre Kosten kommen.

Erster stop: Reykjavik. Leider gab es den Stop nur noch mit sinnlosen Flugzeiten, also hob Icelandair in Frankfurt erst um 22:30 Uhr ab. Dafür wurde aber immerhin an Board auch nichts geboten, lediglich Wasser war für lau und ich hatte die Ehre eine Sitzreihe nach vorne in die Business class rutschen zu dürfen. Brachte aber auch nur nen größeren Sitz, Selbst die mussten fuer ihre Sandwiches zahlen. Auf Grund der Zeitverschiebung dementsprechend Landung um kurz nach 12. Am Gepäckband trennte sich der Touri Vom Einheimischen. Waehrend der eine seine Knie ins Gepäckband drückte, kaufte der andere die Schnaps und Tabakregale des Dutyfreeshops leer, was ein Schauspiel.
Der eigentliche Plan war mit dem Bus ins Stadtzentrum zu gurken, um von da schnurstracks auf den Campingplatz zu juckeln. Der wurde allerdings verworfen und einfach in der Halle der Busstation gepennt. Die Nacht war eh nicht mehr lang, ich musste mein Zelt nicht im dunkeln aufbauen und es konnte auch ein wenig Geld gespart werden.
Im Hellen dann also auf den Platz, für 10 € die Nacht Immerhin bezahlbar. Außerdem sind Küche, warme Duschen und Wifi vorhanden. Nach kurzer Rast und Lagepeilung ging es Reykjavik erkunden. So richtig viel zu sehen gibts da aber nicht und weil der Regen immer nerviger wurde, ging es dann doch recht schnell zurück. Kurzer Schock, weil Wasser im Zelt war. Allerdings noch so viel, dass es mein Handtuch alleine schaffte. Gibt es heute eben keine dusche mehr. Da machten mir die folgenden Tage schon eher Sorgen. Ein kurzer Hotelcheck liess aber keine Zweifel zu: alles ausser Zelten kommt finanziell nicht in Frage, wird schon irgendwie gehen. Zur Sicherheit verschickte ich aber noch ein paar couchsurfing anfragen. Mal schauen was daraus wird. Dann war Allerdings auch endlich Fussball. Und das direkt nebenan, quasi ein Heimspiel. Fußweg Zelt - Eingangstor keine 200 Meter.

Throttur Reykjavik - Vikingur Olafsvik 1:3 (ca. Zuschauer) @Valbjarnarvöllur 1.delidad Island.

Zu meiner Erheiterung waren zu dem sich anbahnenden Grauenkick ein paar Schlachtenbummler aus Olafsvik angereist, die ihr Team mit dem gleichen Schlachtruf lautstark unterstützen. Auf der Heimseite bildeten zunächst ein paar Zurückgebliebene, später aber noch zwei trommelnde Jugendliche den Stimmungskern. Da beide Grüppchen unterm Dach sassen schallte das sogar ganz gut. Das Spiel verlief zu Beginn direkt gut für die Gastmannschaft. Zwar konnte sich Throttur begeisternd zurückkämpfen, es hat aber nicht sollen sein. Alle vier Treffer übrigens recht sehenswert, das hatte ich in der 2. Liga Islands fast nicht erwartet. Auf der Insel leben schließlich weniger Menschen als im Stadtgebiet Hannovers. Nunja mit Anpfiff ging es auch fast direkt ins Bett, also auf die Isomatte. Mittlerweile hatte es auch aufgehört zu regnen und sogar die Sonne lachte ein wenig durch die Wolken. Jetzt mal auf den Wetterbericht hoffen, dann wird das hier richtig was. Die Bettruhe fand sich zwar schnell, aber nicht lang. Statt Regen war jetzt Sturm angesagt, den mein Zelt zwar besser als Reden, aber immernoch nicht gut verkraftete. Außerdem wurden so die Tropfen von den feuchten Wänden durchs Zelt geschmissen, im warmen Schlafsack aber alles halb so wild. Got nat, Island.

Samstag 16.08.2014:

Vorsichtshalber hatte ich mir einen Wecker gestellt, das war dank der nächtlichen Unruhen auch bitter nötig. Der morgen brachte allerdings erstmal nur Gutes. Zelt stand, alles nur ein wenig nass und die Sonne schaute schon ein wenig raus. Außerdem war mein Handtuch trocken, also gab es endlich 'ne heiße Dusche. Nach einem kleinen Frübstück und Internetcheck wackelte ich mal pünktlich auf die Minute zur Strasse. Dort sollte ich zu einer Tour zu den Highlight des südlichen Islands abgeholt werden. Als sich der Halteplatz von anderen Wartenden leerte, fragte ich mal ein Pärchen, wo sie denn so wollen. "We are going horse riding, but de are you felix?!" Ähm, ja. Der Typ war wohl schon da und hatte nach mir gefragt. Och nö, da ist Man Einmal nicht 10 Minuten vor angekündigter Zeit am richtigen Ort. Also mal zum Handy gegriffen und nachgefragt, der dritte Anruf brachte Beruhigung. Kommt nochmal wieder. Kam er auch und es konnte losgehen. In einem übergroßen Jeep ging es mit 7 weiteren Touris und einem Guide los. Sonst ja gar nicht mein Ding, ging hier aber nicht anders, deshalb hat mir meine liebste Mutter diese Tour geschenkt. Danke nochmal. Erster stop kleiner Wasserfall, Namen vergessen. War nett anzusehen. Dann ging es direkt zum für mich Highlight der Tour - Gullfoss Wasserfall größter in Europa und Absolut beeindruckend. Auf Pfaden konnte man das Naturschauspiel von der Seite und von oben betrachten. Da heute ein geiler Wind übers Land peitschte, blieb da wenig trocken, aber die Karre war dafür beheizt. Next stop Geysire. Ausbruch konnte aus allen Perspektiven gespotted werden, reichlich Touris inklusive. Als letztes ging es noch zum alten isländischen Parlament, das sich zwischen eurasischer und nordamerikanischer Erdplatte befindet. Nette Kulisse für so ein Parlament, das übrigens im 9. Jahrhundert zu tagen begann. Ich meine bis ins 13. hinein traf man sich, hab es aber vergessen.
Ab dann ging es zurück, klasse Ausflug, der sich eigentlich schon für die Ausblicke in die Landschaft aus dem Auto lohnte. Um kurz vor 16 Uhr war ich zurück am Campingplatz und auf einmal hören meine totgeglaubten Lauscher Stadiongeräusche. Da ist doch nicht etwa? Doch da ist, an Wifi und Zelt vorbei Richtung ebenfalls benachbartem Nationalstadion gelaufen. Eintritt Dank Passierschein problemlos, ich sitze, Spiel läuft aber schon, ich muss erstmal durchatmen.

KR Reykjavik - Keflavik 2-1, vor ca. 3000 Zuschauer im Landmargalsvöllur, isländisches Pokalfinale.

Es muss irgendwann zwischen der 5. und der 10. Minute gewesen sein, als ich das Stadion betrat, nun gut, ich war da. Es scheinen zwei Erstliga Mannschaften aus Island zu spielen und da ich den Spielplan eigentlich genau gechecked hatte, Konnte es nur Pokal sein, aber welche Runde? Erstmal unbeantwortet, beginnt das Spiel fulminant. Keflavik geht in Führung, KR antwortet schnell und bestimmt danach das Spiel. Nach jeweils einem Aluminium - Treffer ist Halbzeit und ich gucke mal welche Runde das hier wohl ist. Finale, Achso, gut zu wissen. Das muss einem doch mal einer sagen. Naja jetzt weiss ichs ja. Die zweite Halbzeit findet fast nur im Keflaviker Strafraum statt, es dauert aber bis zur 90. Minute bis der Ball irgendwie hinter die Linie geht, wenige Minuten später ist Anpfiff. Geschafft, ich bins. Nach Weltmeister 2014, jetzt also auch isländischer Pokalsieger. Autokorso, Freudenfeuer, bleiben Aus. Dafür ein Bengalo vom unverbesserlichen Gästeanhang, die Siegerehrung an sich unspektakulär. Ab gehts zurück auf den Zeltplatz. Nur eine Schnur hat sich gelöst, ansonsten alles stabil. Guter Tag.

Am nächsten morgen darf wieder früh angetreten werden, ein weiterer Ausflug wartete in Reykjaviks Hafen auf mich und weil ich zu geizig für 10 € Transportkosten war, lief ich die dreiviertelstunde eben. Gebucht war eine Papageientauchertour auf einem kleinen Boot ging es raus auf den Atlantik. Da ich nicht von der Reling fiel, wurde der übrigens noch nie betreten, vielleicht ja weiter südlich auf dieser Reise. Vögel wurden aber auch noch beobachtet, ob es für einen Schnappschnuss gereicht hat, muss ein größerer Bildschirm klären. Nach 1 1/2 h war die Fahrt vorbei und ich latschte nochmal bei Sonnenschein durch Reykjavik, um diese und jene Abfahrtstafel zu studieren. Zurück am Campingplatz gab es mal wieder Fussball oder zu mindest sowas in der Art. Das u17 Spiel von throtturs Damen war mir nach einer Halbzeit allerdings deutlichst zu sinnlos, da las ich lieber in der Sonne ein Buch. Allerdings erhaschte ich später noch die ungünstige Nachricht, dass wohl mal wieder ein Vulkanausbruch bevorsteht. Tausend Erdbeben weisen daraufhin, was am Ende passiert weiss bisher nicht mal der Vulkan selbst. Abwarten und ins Bett gehen.

Montag, 18.08.2014:

Fest entschlossen ging es erneut früh raus. Ziel war das 400 km entfernte Akureyri. Direkt nach dem Aufstehen gesehen, dass das Spiel dort ausfällt, aber jetzt war ich praktisch schon unterwegs. Kurz vor acht ging es richtung Schnellstraße. Gleich das erste Auto hält an und bringt mich 50 km weiter und auf die richtige Spur. Nach 30 wartenden Minuten hält das nächste Auto an, nochmal 50 km. Dann zähes Warten mitten in der Pampa, dann hält ein Vater mit seinen zwei Kindern und bringt mich bis zum Zeltplatz in Akureyri. Ankunft 12:45 h, Klasse. Allein für die von der Straße zu sehende Landschaft hatte sich die Reise gelohnt, dazu gab es einen kleinen Einblick ins freundliche isländische Gemüt.
Der Campingplatz konnte hingegen überhaupt nicht punkten. Keine Küche, halbwegs unsaubere Sanitäranlagen. Für mich stand schnell fest, dass es morgen direkt wieder zurück geht, auch wenn die Stadt selbst dermaßen schön in die Landschaft eingebettet ist, dass man am liebsten gesiedelt hätte. Nach 3 h Stadien und Stadtbesichtigung im herrlichsten Sonnenschein war ich jedenfalls platt genug für pennen...
Am nächsten morgen bei eiseskälte das komplett feuchte Zeug eingepackt. Keine ahnung, ob ich Regen verpennt habe oder woher das kam. Dieses mal steh ich schon um kurz nach 7 an der Straße. Es dauert bis kurz vor acht, dann jedoch hält der Jackpot. Durchfahrt bis Reykjavik, dazu einen Kaffee, Süßigkeiten und später 'ne Cola. Ankunft wieder 12:45 h, da hatte ich gestern wohl Raser an der Hand. Trotzdem ein geistiges Danke an alle mich Transportierenden, alles nicht selbstverständlich.
Ich war also wieder "zu hause" und checkte fuer die letzten beiden Nächte auf "meinem" Campingplatz ein. Sogar meinen alten Zeltplatz hatte man mir frei gelassen, nur mein Handtuch, das ich ausversehen auf der Wäscheleine vergessen hatte, war leider weg. Bis zum Abend wurde sich den Büchern dieser Welt gewidmet, dann zog es mich mal wieder in Richtung der beiden Stadien. Im großen war Zwar heute kein Spiel, dafür trainierte das große Inter Mailand für sein Europa League Quali Spiel am Donnerstag. Das interessiert ausser mir aber lediglich 10 weitere Zaungäste und das italienische Sky. Aber der knaller wartete ja auch nebenan, denn es war Heimspielzeit.

Throttur Reykjavik - UMF Grindavik 2-1 @Valbjarnarvöllur 2. liga Island, ca. 100 Zuschauer

Ich hatte zwar auch reichlich Lust nochmal ein Heimspiel von throttur zu sehen, aber eigentlich waren die anderen Partien auch unerreichbar weit weg, also blieb mir fast nichts anderes übrig. Dieses mal war kein stimmgewaltiger Gästeanhang vor Ort, die Jungs dsr Heimseite machten aber wieder Power. Das durchaus spannende Spiel konnte Throttur zu meiner Begeisterung in der 85. Minute noch drehen, ich freute mich sogar ganz schön. Da der Heimweg nicht zu weit war, gab es im Gemeinschaftsraum noch ein bis zehn Tees und ein paar Vulkan-News. Neue Gefahrenstufe erreicht, weiter abwarten. God nat.

Mittwoch, 20.08.2014

Noch immer kein Vulkanausbruch, sehr gut. Der letzte Tag Island musste also nicht in Panik beginnen. Und so ging es ganz entspannt erstmal ne Runde plantschen. Irgendwie hatte ich mir für die 4 € Eintritt zwar eine Badelandschaft erhofft, in der ich ordentlich rumdösen kann, aber es gab nur zwei Becken, sowie mehrere kleine 38 Grad heiße Pools. Schlecht war das natürlich auch nicht, also wurde das Schlaf nachholen auf die Wiese außerhalb verlagert.
Noch was gegessen und um 16 Uhr ging es auf den einstündigen Fußmarsch zum nächsten Spiel. Weil um 6 erst Anstoß war, war ich natürlich wieder mal zu früh da. So machte ich allerdings die Beobachtung, dass das Spiel von dem kleinen isländischen Verein tatsächlich schon heute stattfand. Ungläubig fragte ich den Wimpeltypen mal, ob da nicht ein Fehler vorliegt, ist doch Europa League. Nein, alles korrekt. Der Typ stellte sich als Hansa Rostock "Angestellter" und Islandexperte heraus und konnte mir daher erklären, dass das Spiel am Mittwoch stattfindet, weil am Donnerstag ein Frauennationalmannschaftsspiel im Nationalstadion stattfindet und Man wohl unbedingt da spielen wollte. Jetzt war ich aber erstmal hier.

KR Reykjavik - Fjolnir Reykjavik 1-0 @KR-Völlur, Pepsi-Liga Island

Typisch isländisch hat auch der Pokalsieger auf einer Seite eine Sitzplatztribuehne, links und rechts ein paar Stehplätze und gegenüber nichts. Auch hier war die Atmosphäre wieder nett. Überraschenderweise war der Oberfan einer derjenigen, die noch Freitag lautstark Throttur angefeuert hatten. Gut, so ganz auf der Höhe war der Typ eh nicht. Das Spiel plätscherte so dahin, wenig Highlights, dafür hübsches Publikum. Je länger es dauerte, desto mehr war ich eh schon beim Inter-Spiel. Mit Abpfiff wollte ich eigentlich zum Bus hetzen, die Idee, heute zwei Spiele zu sehen, hatten aber mehrere und so fand sich spontan noch eine Mitfahrgelegenheit, wieder 2,30 € gespart. Das Spiel war natürlich seit Wochen ausverkauft, ein Schwarzmarkt war auch nicht vorhanden. Es blieb nur Augen zu und durch. Island blieb aber gut zu mir und so ging es problemlos ins Stadion. Herrlich.

Stjarnan Gardabaer - Inter Mailand 0-3, Uefa Europa League Quali Playoffs @Laugardalsvöllur

Also gleich der nächste "Kracher" im Nationalstadion für mich. Aus Mailand waren auch ca. 15 Ultras angereist zu denen ich mich dann mal gesellte. Der Heimseite merkte man an, dass es ihr Spiel des Jahrzehnts war. Ziemlich lauter Support für isländische Verhältnisse. Auf dem Platz hielt Stjarnan nicht schlecht mit. Am Ende siegte aber die Kaltschnäuzigkeit von Inter mit 3-0. Trotzdem ein riesen Erfolg für die Isländer soweit gekommen zu sein. Mit Anpfiff die paar Meter bis ins Zelt gefallen. Schlaf war dringend nötig, Immerhin wartete am nächsten Tag ein Mietwagen in New Jersey.

Die letzte Nacht war mal wieder kurz. Der Bus zum Bus zum Flughafen sollte bereits um kurz nach 7 fahren. Etwas zermürbt musste daher das Zelt einfach stehen gelassen werden. Sorry meinerseits. Noch einen instant kaffee im Gemeinschaftsraum und es ging ab zum Flughafen. Zeit für ein Fazit: an den sechs Tagen gerade mal 80 € ausgegeben, wobei die sechs Zeltnächte 60 kosteten. Dank der geschenkten Touren und Freundlichkeit der Isländer also fast ein Schnäppchen. Wobei die Supermarktpreise auch absolut im Rahmen, sogar so ziemlich wie bei uns waren. Das liegt natürlich auch daran, dass sich die isländische Krone seit 2008 noch nicht vollends erholt hat. Und mcdonalds, das damals das Land verliess, ist auch noch nicht zurück. Insgesamt wurden 5 Fußballspiele gesehen, leider nur in 3 verschiedenen Stadien, dafür ja aber Pokalfinale und Europa League, will ich mal nicht meckern. Zudem einmal Westseite auf und abgefahren. Ich bin sehr zufrieden. Und für diejenigen, die sich wie ich schon immer fragten wie Inzuchtgefährdet ein 300.000 Einwohner großes Land ist. Ich meine: sehr. Die Behindertenquote, das muss Man einfach mal so sagen, war schon erstaunlich hoch oder sie werden bewusst bei Fussballspielen gesammelt. Der schlaue Isländer hat dafür jedoch eine hochmoderne Lösung. Da die Verwandten hier relativ einfach bis ins 8. Jahrhundert n.C. zurückverfolgt werden können, gibt es einfach eine App, mit der man herausfinden kann, wie nah verwandt der potentielle Partner ist. Sehr praktisch. Im Zweifel sind aber eh alle verwandt. Nunja, genug geschwafelt. Sieht auch so aus, dass der Vulkan in den nächsten 2 Stunden nicht mehr hochgeht. Als nächstes dann hoffentlich mit einem Bericht aus dem land of the free, Felix.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Burkina Faso

Zugegeben bis vor einem halben Jahr hätte ich die Hauptstadt Ouagadougou nicht Burkina Faso zuordnen können. Die mir meistgestellte Frage: "Warum genau da hin?", ist daher durchaus berechtigt. Die Frage lässt sich auch nicht so richtig beantworten, der eigentliche Grund ist auch ausschließlich, dass ich mal über einen günstigen Flug gestolpert bin und mir dachte, dass man wohl so schnell nicht mehr nach Burkina Faso kommt. Also wurde der Flug in unweiser Vorraussicht im Juni einfach mal gebucht, um sich dann bis kurz vor Abflug nicht wirklich mehr darum zu scheren, ausser mal hier und da ein paar Infos einzuholen. Bei der Visa-Bearbeitung sitzen aber scheinbar fähige Menschen und so kam der Reisepass schon nach weniger als sieben Tag zurück nach Hannover. Ich hätte mich vergnügt auf die Reise freuen können, wenn da nicht eine von den Behörden für die Reise gevorderde Gelbfieberimpfung gewesen wär. Das Zeig war in Hannover nämlich sowas von vergriffen. Der zweite Anruf beim Tropeninstitut in Hamburg brachte aber Erleichterung. In Hamburg ist noch Zeug da, also schnell hingedüst, spritzen lassen und gut ist. Mit auf den Weg gab es noch die Empfehlung für diverse Auffrischungen, sodass dann am Ende fünf Impfungen innerhalb von sechs Tagen selbst meinen stabilen Körper in ein geiles Fieber stürzten, das aber nach einer Nacht weitesgehend auskuriert werden konnte. Schnell noch eine 1,3 in der Uni abgesahnt und dann konnte die Fahrt also beginnen. Viel Spaß beim Lesen. Wie immer freue ich mich über konstruktive und unkonstruktive Kritik. Grüße

Freitag, 20.12.2013:

Der unschlagbare Flugpreis von 300 € bedeutete natürlich, dass der Abflug nicht komfortabel aus Hannover erfolgt, sondern noch ein klitzekleiner Umweg über Prag eingeschlagen werden musste. Mit der deutschen Bahn war das zum Glück sparsam und halbwegs bequem zu bewerkstelligen. Der IC um 8.30 Uhr brachte mich pünktlich durchs Land der Frühaufsteher ins Land der Sachsenkrieger. Und obwohl der Ungarn-Express nach Budapest wohl unterwegs einen Wagen (wie geht das?) verloren hatte, war auch der pünktlich, dafür aber auch überfüllt mit asiatischen Touristen und Osteuropäern. So hatte ich mir die Transsib vorgestellt, zum Glück war sie das nicht. Am Prager Hauptbahof dann etwas rumgeirrt, letztlich konnte der Airportexpress aber gefunden werden und der Flughafen puenktlich erreicht werden. Der Turkish Airlines Bomber hob erfreulicherweise zeitig ab, hatte aber nicht unüberraschenderweise kein Bordprogramm, dafür war das Essen ganz ok. Warum die jetzt aber Europas beste Airline sein sollen, ich weiss es nicht. Der erste Stop Istanbul wurde um 11 erreicht und weil ich nicht gleich zu Beginn der Tour unausgeruht sein wollte, ging es mit dem Bus zum Taksim Square und dort in ein leicht schäbiges Hostel, das für 10 € aber vollkommen in Ordnung war.
Da der Weiterflug erst um 18 Uhr erfolgte, blieb sogar noch Zeit, um zu mindest einen kleinen Teil der europäischen Seite zu Fuß zu erkunden. Schon schön dieses Istanbul. Da ich keine Ahnung hatte wie lange die Bahn brauchen würde, ging es zeitig zum Flughafen. Da das ganze aber doch recht flott ging, blieb noch Zeit für ein Nickerchen, ehe es dann endlich in Richtung West-Afrika ging. Dieses mal sogar mit Bordunterhaltung, dafür dauerts es 2 Stunden bis man mir ein Wasser reichen konnte und auch sonst hatten die Flugbegleiter wohl schon mal mehr Spaß im Leben. Nunja, wie immer ging auch der Flug vorbei, für meinen Sitznachbarn offenbar so schnell, dass er nicht mal seinen Mantel auszog. Zu meiner eigenen Verwirrung wurde in Niamey (Niger) zwischengelandet, das hatte ich nirgendwo gelesen und wollte schon fast aussteigen bis ich es dann auch mal raffte. Also nur die Hälfte der Passagiere raus, neue Hälfte rein, weiterfliegen, Landung in Ouagadougou um 0:05 Uhr Ortszeit, Punktlandung. Impfpass- und Grenzkontrolle gingen erstaunlich schnell, vielleicht hätte man aber mehr als zwei Mitarbeiter abstellen können. Ich weiss nicht vor was für Einreisenden sich man in Burkina Faso fürchtet, aber meine Fingerabdrücke haben sie jetzt jedenfalls, viel Spaß damit. Auf dem Gepäckband kreisten schon ein paar Koffer, nur leider mein Rucksack nicht und der sollte auch nicht mehr auftauchen, wunderbar. Jetzt ist das natürlich nicht ganz so schlimm, taucht im Zweifel ja wieder auf, nur war ich halt nicht in Europa, sondern in Afrika und hier dauert es halt mal zwei Stunden bis jemand auftaucht, der einem dann "come back monday" mitteilt, vielen Dank dafür. Etwas planlos blieb mir um 2 Uhr nachts in Ouagadougou also nicht viel übrig als mich halt im Flughafen schlafen zu legen, willkommen in Burkina Faso.

Sonntag, 22.12.2013:

Die Nacht war besser als ich mir erhofft hatte, richtig fit war ich aber nicht. Unproffessionellerweise war mein Reiseführer mit günstigen Hoteladressen natürlich im Rucksack, ein Plan musste her. Immerhin die Visa-Karte funktionierte, das war ja schon mal was. An der Information nach einem Bus in die Innenstadt gefragt, um da vielleicht auf ein Internetcafe oder gleich sogar eine Unterkunft zu stoßen, allerdings guckten mich die Damen am Schalter an als hätte ich auf chinesisch nach dem nächsten Hunderestaurant gefragt. Also marschierte ich einfach mal los, auf dem Flughafen-Parkplatz gab es noch die Information, dass ich einfach die nächste rechts gehen soll, dann komm ich ins Zentrum, na dann mal los. Etwas merkwürdig beäugt wurde ich zwar, ab und an gegrüßt, aber nicht angelungert. Schneller als das Stadtzentrum fand sich allerdings ein geöffnetes Restaurant mit Wifi. So konnte nochmal Kontakt zu ein paar Couchsurfern aufgenommen werden und eine Absteige um die Ecke gefunden werden, die ich dann nach Speis und Trank auch aufsuchte. Die "Pension Sarah" lag zwar scheinbar neben einem Umschlagplatz fuer Schrott, war sonst aber ok und mit 15 € fuer ein Einzelzimmer auch bezahlbar. Nochmal frei Stunden gepennt, dann sagte mir mein Handy, dass mich ein Couchsurfer von da abholen würde, also zur Verwirrung der Angestellten wieder ausgechecked und gewartet. Nach gut 10 Minuten kam dann Michele auf seinem Roller angeknattert und nahm mich mit zu sich. Sein "Haus" lag etwas weiter ausserhalb und nach europäischen Verhältnissen mitten in der Wüste. Das heisst, dass nur Staubstrassen dorthin führten. In dem zwei Zimmer, sagen wir mal Steinbau, gab es ein Bett, eine Dusche und eine europäische Toilette für mich, das hätte einen schlechter treffen können.
Nach ein bisschen Quatschen kamen wir auch auf die zahlreichen Bolzplätze der Stadt zu sprechen und natürlich auch auf das zentral gelegene "Stade de muncipal". Da würde ja heute sein Kumpel spielen. Ach ja? Na dann wollte ich natürlich mal glatt hin. Da Monsieur natürlich erst kurz vor 3 einfiel, dass das Spiel ja auch um 3 und nicht um 5 angepfiffen wird, kam kurz ein wenig Panik auf, also zu mindest bei mir. Mit seinem Scooter ging es also zum Stadion, die Panik war aber unbegründet, Anpfiff war deutlich noch nicht, ist ja auch immer noch Afrika hier:

Koncaf - Asb Premier League vor 300 Zuschauern

Das Eintrittsgeld von 90 cent wollten sich scheinbar nicht so viele Sportbegeisterte leisten. Immerhin ein paar waren sich nicht zu schade und das Stadion nicht ganz so leer. Menschen mit weisser Hautfarbe oder Brüsten waren jeweils nur einmal vertreten, der Rest war männlich und schwarz und sahen ein immerhin interessantes Spiel. Spielerisch war das natürlich wenn überhaupt Regionalliga-Niveau. Stimmung gab es keine, dafür wurde der Torwart der Siegermannschaft nach Torwartfehler erstligareif bepöbelt.

Der Länderpunkt Burkina Faso war also schneller in der Tasche als geplant, das ging ja doch gut los. Danach ging es noch kurz durch Micheles Gegend, um anschliessend ein afrikanisches Abendessen einzunehmen. Gereicht wurde ein Hefekloß mit Soße, was mit jedem Bissen schlechter schmeckte. Schlecht war es aber nicht und das Bier war auch kalt und schmackhaft. Zwar waren wir um 8 schon zu hause, das hinderte mich allerdings deutlich nicht daran schon schlafen zu gehen, die Anreise steckte noch schwer in den Knochen.
Gepennt wurde hervorragend. Um 9 ging es dann auch endlich mal aus dem Bett. Freunde von Michele hatten schon Frühstück rangebracht. Dieses bestand aus mini-pfannkuchen (oder so ähnlich) und Baguette mit Margarine. Die Franzosen waren halt vor mir hier...dann ging es mal wieder auf die Roller. Auf dem Plan stand die Familie des einen Freundes zu besuchen, die vor 50 Jahren als Nomaden nach Burkina Faso gekommen waren, sesshaft geworden sind, aber sonst nicht wirklich viel an ihrem Lebensstil geändert haben. Das könnte man zwar auch "in Einklang mit der Natur" nennen oder halt auch "im Dreck der Tiere". Ziegen, Hühner, Esel und Rind latschte da so zwischen den Hütten umher, die aus Stroh und Lahm gezimmert waren. Das System funktioniert so: als Junge hat man mit 16 auszuziehen, Geld zu verdienen, um sich dann ne eigene Hütte für seine Familie zu bauen. Mädchen werden vermutlich verkauft. Offensichtlich ist das ganze etwas rückständig, da war es weniger verwunderlich, dass die Familie dem Staat untersagte für sie eine Schule zu bauen. Wer braucht das aber auch, wenn man weiss wie man Tiere hütet? Zum Abschied gab es noch frische Kuhmilch mit Teigzeug, war ganz lecker. In der nähe war dann noch ein Markt, auf dem die ganzen Bauern oder was auch immer sie sind ihr Zeug verscherbeln. Vor allem wurde aber selbstgebrautes Bier ausgeschenkt, das natürlich auch probiert wurde und deutlich nach vergorenem Scheiss schmeckte und dazu auch noch warm war, nunja, die Fleischspiesse vom Grill waren da durchaus besser, nur wie das Fleisch daneben mit einem Beil zerhackt wurde und die Fliegen drumherum schwirrten war nicht so richtig appetitlich. Ein paar Handschläge später ging die Touri-Tour weiter. Es warteten der Präsidenten-Palast, das Trainingszentrum der Nationalmannschaft (niemand da) und ein Denkmal für die Helden der Nation, alles ganz interessant, aber halt auch so gut wie das einzige, was es anzuschauen gibt. Also wieder auf den Scooter und ab zu einem von Micheles tausend Onkeln, der mit ein paar Homies in einer Art Kiosk abhing, vor dem seine Frau gebackene Bananen verkaufte, von denen direkt mal welche zusammen mit irgendwelchem angeblichen Schweine-Fleisch aufgetischt wurde. Die Bananen waren ok, die wenigen Brocken Fleisch, die man auch als solches und nicht als Kruste mit Fett bezeichnen konnte, waren auch durchaus schmackhaft. Im Anschluss wurde mir noch vorgeführt wie der Onkel eigentlich an Geld kommt. Er ist so eine Art Schamane (Doktor), der, für Geld versteht sich, ein paar Knochen wirft und dir dann sagt, was für eine Krankheit du hast. Dazu wird dann auch immer noch was geschlachtet, da verzichtete ich dann. Für eine Fotoerlaubnis sollte ich dann ein Huhn opfern oder Geld spenden. Da liess ich mal 1,50 € springen bevor ich verhext wurde. Anschliessend wurde auch auf dem von Michele und seinen Kumpels angelegten Bolzplatz ein Training beguckt und mir der Vorschlag unterbreitet, ich könnte ja in Deutschland einen Partner-Verein finden, der das Team in Burkina Faso unterstützt. Woher er sich so sicher war, dass ich das könnte, weiss ich nicht, aber wie sich später noch herausstellen sollte, wusste er eh immer alles und das auch besser.
Zum Beispiel auch, dass mein Gepäck heute auf jeden Fall noch kommen würde. Das wollte ich ihm zwar sehr gern glauben, es fiel mir jedoch recht schwer. Mit etwas Verspätung heizten wir dann also zum Flughafen. Dort noch ein wenig gewartet und dann durfte ich in den Gepäckausgabe-Bereich eintreten. Das Büro war heute sogar besetzt, der Bürokrat konnte jedoch kein Französisch. Dass das Gepäck aber auf dem Band landen soll, konnte ich aber irgendwie herausfinden. Am Band traf ich sogar noch ein paar Gepäckarbeiter von Samstag, die mich glücklich begrüßten und mir versprachen nach meinem Gepäck Ausschau zu halten. Nett sind sie ja die kleinen Burkina Fasi. Und geholfen hat es auch. Als zweites Gepäckstück des Fliegers kam mir mein Rucksack entgegen, der jetzt ca. 10.000 Meilen mehr als ich auf dem Buckel hat. Die Freude war groß, Turkish Airlines ist trotzdem scheiße, außerdem wollte ich nur noch pennen.
Der lange Tag endete schließlich mit einer Scooter-Achterbahnfahrt. Da die Gegend um Micheles Haus nicht so richtig stark bevölkert ist, witterte er auf Grund meines Rucksacks einen Überfall, was er mir freundlicherweise bis zur Haustür verschwieg. Gute Nacht.

Dienstag, 24.12.2013:

Heilig Abend in Deutschland, ein Tag vor Weihnachten in Burkina Faso, richtig bedeutend ist der Tag hier nicht. Geschäfte gibt es ja praktisch eh keine, die geschlossen sein könnten. Michele hatte zwar frühes Aufstehen versprochen, aber Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit ist nicht in der afrikanischen Tradition, also ging es erst bei 12 zum Tagesziel, einem Park 50 Km außerhalb von Ouagadougou. Vorweg: die Fahrt war deutlich spannender als der Park (=Zoo) in dem Tiere unter fragwürdigen Bedingungen hausten. Auf der konnte man durchaus so einiges vom Leben der Bevölkerung, so wie ein paar landschaftliche Ausblicke erhaschen. Allerdings hatte am morgen mein Magen- und Darmbereich angefangen gegen die afrikanischen Speisen zu protestieren. Da wird es auf einem Roller nicht gemütlicher. Der Zoo also wie beschrieben eher träge, mit 5 € für weisse Besucher inklusive Fotoerlaubnis aber nicht überteuert. Immerhin gab es keine strikten Sicherheitsvorkehrungen, sodass ein Büffel, Elefanten und Hippos durch leicht wackelige Zäune gefüttert werden konnten, während ein paar Vogelsträuße frei herumstolzierten.
Auf der Rückfahrt wurde in einem gehobeneren Ressort gestopt, um die Mägen zu füllen. Freundlicherweise durfte ich zahlen. 10 € für zweimal Spaghetti Bolognese waren da schon etwas happig, aber nun gut, immerhin gab es mal Wlan. Die Rückfahrt wurde genutzt, um sich endgültig einen geilen Sonnenbrand abzuholen und die körperliche Misere war kurzzeitig perfekt. Dementsprechend genervt war ich von einem Kurzbesuch bei einer von Micheles Tanten und dem Herumfahren auf einem Souvenir-Markt. Nach Körperpflege und abgammeln in meiner zeitweiligen Behausung, hatte sich die Laune aber wieder gefangen und es konnte in eine Bar gehen, in der ganz schön was los war. Bier kostete auch nur einen Euro, es liess sich also aushalten. Zuerst saß noch ein befreundetes Pärchen bei uns, später dann Schwester und Freundin von Michele. Dem Angebot den Frauen etwas auszugeben wollte ich nicht nachkommen, war ja schließlich seine Schwester. Dafür musste ich natürlich wieder beim Essen zahlen, aber immerhin nur die Hälfte. Das ganze Huhn hatte mit 9€ auch echten Feiertagspreis, geschmeckt hat es aber, nur leider griff ich mehrfach zum Kopf.
Kurz vor 12 war bei mir aber Feierabend, so konnte auf dem Heimweg aber noch das teilweise abgebrannte Feuerweg beobachtet werden. Keine stille Nacht hier, mal was anderes.

Der 1. Weihnachtsfeiertag wurde ausschließlich bei Familie Michele verbracht. Während ich auf dem Sofa hockte, versuchte den französischen Fernseher zu ignorieren, wurde immer mal wieder Essen und oder Getränke Gereicht und ich habe fast ein ganzes Buch gelesen. Frohe Weihnachten.

Donnerstag, 26.12.2013:

Zweiter Weihnachtsfeiertag, kein Feiertag in Burkina Faso, also kein offizieller. Erstmal wurde sich bis Mittag wieder gelangweilt und dann noch ein wenig rumgecruised und einen Freund besucht, um dort Tee zu schlürfen. Um 5 dann ein abschliessendes Highlight. Es wurde mit den Jungs auf ihrem Boker gebolzt. Stürmerstar Felix M. stand natürlich von Anfang an im Blickfeld und konnte mit einer Torvorlage, einem Pfostenschuss, sowie einige Hackentricks begeistern. Insgesamt ein sehr guter Einstand auf afrikanischem Boden. Möchtegern Profi Michele sah derweil kein Land. (Er hatte mich zwischendurch gefragt, ob ich nicht ihn als Fussballspieler nach Deutschland vermitteln könne. Er war sich auch sicher, dass es bei ihm für die Nationalmannschaft reicht, ich mir, dass nicht.) Also mal ehrlich, wer auf einem Fußballplatz, auf dem ich mithalten kann, nicht heraussticht, der wird sicher kein Profi. Aber gut, immer reden lassen. Ging nach 5 Tagen auf der einen Seite rein und auf der anderen raus. Am letzten Abend ging es in ein nettes Straßenrestaurant mit Bier und Spagbollo. Ärger gab es aber bei der Rechnung, weil mal wieder davon ausgegangen wurde, dass ich zahle. Nicht, dass mir die 5 € jetzt weh tun, aber das Erwarten nervt dann doch. Naja, bezahlt hab ich. Grüße an ihn.
Der letzte Tag in Burkina Faso begann zeitig. Es ging zu einer Zeremonie des Königs, der zwar nicht mehr herrscht, aber angeblich bei wichtigen Entscheidungen immer noch befragt wird. Das hätte ich ja gern gesehen, leider war die Zeremonie schon längst gelaufen, als wir ankamen, die war vorverlegt worden. Und dabei hatten wir sogar nen beschhissenen Roller angemietet, weil keiner sonst zur Verfügung stand. Stattdessen ging es dann zum Unabhängigkeitsplatz. Nicht krass, aber ganz ansehnlich. Noch eine Runde gedreht und dann halt zurück und rumgegammelt und gekocht. Michele zauberte eine Reispfanne und weil sie mir schmeckte, war er sich sicher, dass er in Deutschland locker Koch werden könnte. Weil sich der Herr im Anschluss bei was auch immer Zeit liess, ging die Nachmittagsrunde recht spät los. Erstmal zum Stade de 4 August (Unabhängigkeitstag), in dem die Nationalmannschaftsspiele ausgetragen werden. Das durfte zwar besichtigt, aber nicht fotographiert werden, schade eigentlich. Nochmal Tee beim Kumpel geschlürft, dessen Kind übrigens panische Angst vor mir hatte, und dann nochmal gekickt. Auf Grund schlimmer werdender Magenschmerzen konnte die Leistung vom Vortag nicht wiederholt werden, sehr ärgerlich. Jetzt war es langsam Zeit sich auf den Abflug vorzubereiten, das sah bei Michele so aus, dass er einen Kumpel besuchen wollte und mich dann zwei Stunden vor Abflug abholt. Geeeeeenaauuuuu, ganz sicher nicht, das kann ja nur schief gehen, Freundchen. Also auf ihn eingeredet bis auch er es einsah und mich vorzeitig zum Flughafen brachte, was ganze 1 1/2 h dauerte, sodass ich doch nicht ganz so zeitig da war, zum Glück hatte ich ihn überzeugt. Am Flughafen noch gequatscht und dann mit dem Versprechen mich um seine Einreise zu kümmern verabschiedet und bei Royal Air Marocco eingechecked. Da war ich ja gespannt wie royal die so sind. Dass es feie Platzwahl gab, wirkte da schon mal nicht so geil und eher ryanairmässig. Die Beinfreiheit war dafür noch kleiner als bei Ryanair, aber der Flieger war nach erneutem Stop so leer, dass ich ne Reihe für mich hatte und pennen konnte, so macht Fliegen Spaß. Und weil ich noch so verpennt war, wurden die 4 h in Casablanca auch gleich weiter gepennt, um die vorletzte Etappe nach Frankfurt zu beginnen. Am Samstag Nachmittag war ich dann also wieder in Deutschland, verfuhr mich noch kurz mit dem Zug, um dann letztendlich doch wieder in Hannover anzukommen. Alles in allem nicht meine Reise, aber witzig war es schon. Vielen Dank fürs Lesen und an jeden, dem ich von dort aus mein Leid klagen durfte. Zudem einen ganz besonderen Dank an meinen Freund Hans R., dank dem ich an Weihnachten ein kleines aber feines Geschenk öffnen durfte. Danke!

Montag, 4. November 2013

Neues / Fotos

Werte Leserschaft.
Wie hoffentlich jeder mitbekommen hat, bin ich wohlerhalten zurück in Deutschland. Die nächsten Briefe/Blogeinträge gibt es aus Afrika Anfang nächsten Jahres. Die Zeit bis dahin verbringe ich zwar nicht zu hause, aber die Republik und Europa kennt ja dann doch jeder, Berichte lohnen da ja kaum, deshalb spare ich mir die Arbeit und geniesse das Abenteuer Alltag, soweit es den als Fußballfan überhaupt gibt.

Erfreulicherweise habe ich es auch endlich vollbracht, meine Fotos zu archivieren und allen Interessierten zugänglich zu machen. Folgt dazu einfach DIESEM LINK oder klickt rechts auf die Fotovorschau.

Viel Spaß. 

 

Dienstag, 1. Oktober 2013

Road to Hong Kong

Nihao Freunde, Fans, Verwandte! Es ist geschafft, ich bin in Hong Kong. Anbei der letzte Teil auf dem Weg dorthin. Ob es noch was über die nächsten Tage in Hong Kong, Seoul und Dubai gibt, hab ich mit mir selbs noch nicht ausgemacht...viel Spaß und bis demnächst. 



Samstag, 28.09.2013:

Um 8 Uhr in der früh war ich zwar dank der schnarchenden Mitbewohner nicht topfrisch, aber wie immer voller Tatendrang. Um zum Bahnhof für Schnellzüge zu gelangen, musste erstmal eine Stunde in Bussen abgesessen werden, ehe der Bahnhof pünktlich erreicht wurde und somit noch Zeit für ein Frühstück war. Wie die anderen Highspeed-Bahnhöfe war auch dieser wieder top modern und verströmte mehr Flughafenfeeling als mancher Ryanair-Airport. Für die 830 Km lange Fahrt hatte ich mir mal was edles gegönnt und durfte deshalb in einem Zug mit der Kennung "G" vorweg fahren, womit dann auch sämtliche Arten von Zügen einmal bestiegen wurden. Die Strecke legt das Teil dann auch in schlanken 3 1/2 h zurück, das ist mal 'ne Zeit. Zur Mittagsstund erreichte ich also "Shenzhen", eine der reichsten Städte Chinas, was man ihr auch durchaus ansah. Das Hostel wurde auch direkt gefunden und so konnte ich ein wenig Hochhäuser gucken gehen, was anderes gibt es dort nicht wirklich. Also ging es zeitig zum eigentlichen Grund für den Besuch in Shenzhen: 

Ruby Shenzhen - Yanbian 2:1 (0:0) China League One im Bao'an Stadium (40.000) vor geschätzten 3500 Zuschauern

Mit der Ubahn ging es auf die ewig weite Fahrt in den Vorort. Die Fahrt nach Hong Kong wär tatsächlich schneller gegangen, das wären nämlich nur drei statt 25 Stationen gewesen. Am Stadion gab es direkt 'ne Karte für 30 Yuan, der Schwarzmarktpreis dürfte wohl sogar noch darunter gelegen haben. Da ich früh da war, war noch genug Zeit, um mich bei einem Supermarkt mit Kaltgetränken zu versorgen und eine große Runde ums Stadion zu drehen, ehe nach Verköstigung von zwei Pfannkuchen-Pizzen die Tore öffneten. Stadion von innen abfotographiert und für nett befunden und dann auf den Anpfiff gewartet. Viele waren heute nicht gekommen, es ging aber auch nur noch um die goldene Annanas, auf- oder absteigen kann keine der Mannschaften mehr. Die Stimmung war deutlich schlechter als bei den restlichen Spielen in China. Ein paar Supportwillige hatten sich in Kleingruppen quer durch das ganze Stadion zusammengefunden, warum ach immer sie nicht zusammenstanden, war auf jeden Fall geil nervig fünf verschiedene Trommelsounds zu hören. Spiel war vor allem in der ersten Halbzeit auch lahm, beide Mannschaften wollten nicht so recht und konnten noch viel weniger. Die zweite Halbzeit startete hingegen furios. Nach nicht mal 5 Minuten führte Shenzhen 2:0 und die hauptsächlich mit Koreanern besetzten Gäste legten auf einmal auch gut los. Es reichte aber nur für den Anschlusstreffer. Somit habe ich Yanbian also zweimal verlieren gesehen, zum Maskottchen machen sie mich wohl nicht mehr. Mit Abpfiff schnell zur Ubahn und ab ins Bett. 
Am nächsten Morgen sollte es eigentlich direkt weiter gehen, der Meister der China Super League "Guangzhou Evergrande" sollte am Abend antreten. Der Termin wurde allerdings spontan auf den Samstag verschoben. Ein Spiel weniger, aber immerhin der Ground soll am Mittwoch noch fallen. Zeit war also genug da, demnach erst um 12 Uhr ausgechecked und dann mal mit der Bahn die einstündige Strecke nach Guangzhou zurückgelegt. Dort wurde ich im Hostel mit den warmen Worten "there is a taifun coming" empfangen. Die Züge würden auch schon nicht mehr fahren, komisch, dass ich das nicht feststellen konnte, obwohl ich gerade vom Bahnhof kam. Er kam dann tagsüber allerdings nicht mehr und auch in der Nacht nicht, Glück gehabt, gibt ja schöneres. 

Montag, 30.09.2013:

Am morgen traf ich im Fahrstuhl auf eine Chinesin, die mir ohne, dass ich danach gefragt hätte, mitteilte, dass sie alle Chinesen nicht ab kann. Darüber konnte ich so geil lachen, dass er Tag trotz anhaltendem Nieselregen nur gut werden konnte. Und er wurde es: der erste längere Spaziergang durch die Stadt führte mich zum Fluss. Das war ganz ansehnlich, ausserdem fand ich die wohl größte Ansammlung an elektronischem Schrott. Auf einer gigantischen Fläche wurde sämtliches Handy- und Computerzubehör verkauft, was man sich nur vorstellen kann. Kunden waren vor allem Inder, Türken und Franzosen, die kistenweise Zeug wegschleppten. Dort fand ich dann eine englischsprachige Iphone-Reparatur, die sowohl verstand, dass ich nur das Ladeteil repariert haben wollte, sowie äusserst günstig war. Also zurück ins Hostel und das kaputte Handy geholt und von der Tante für 5 € reparieren lassen. Spitze! Zurück im Hostel traf ich Pavel aus Polen, mit dem erst zwei, dann vier und dann mit aufgegriffenen Amis noch weitere Biere getrunken wurden. 
Dementsprechend lange dauerte das Aufstehen lange. Der erste Oktober ist Feiertag in China. Das heisst im Grunde genommen, dass noch mehr Menschen als eh schon auf den Straßen sind, ansonsten hatte alles auf, was Geld verdienen wollte. Für mich ging es in einen ansehnlichen Park, in dem ein Hügel mit Turm steht, die Aussicht war nicht gerade überragend, der Park an sich aber sehr nett. Außerdem konnte man von oben ein Stadion sehen, das ixh gerne anlässlich eines Fußballspiels besuch hätte, sah nämlich geil aus. Die größte Attraktion für die Chinesen im Park war eigentlich eine junge Dame mit langen blonden Haaren. Da blieb echt jeder stehen und wollte ein Foto, völlig verrückt. Zurück im Hostel holte ich mal Informationen zu meiner Weiterfahrt ein. Im benachbarten Reisebüro gab es die Bustickets nach Macau für 130 Yuan. An einem 5 Sterne Hotel für 65, logisch, dass ich dorthin fuhr, um mir das Ticket für Donnerstag zu sichern, klappte auch einwandfrei, der Abreise aus China steht nichts mehr im Weg, ausser sämtliche Form von möglichen Pannen natürlich. Am abend gab es dann noch ein paar Biere mit der Chinesen hassenden Chinesin. Ihrem Klagelied über die Bewohner ihres Landes konnte ich leider keine schlaghaltigen Argumente entgegenbringen, sie hatte weitesgehend einfach recht, wusste allerdings immerhin, warum das so ist. Dass ich es nicht ganz so schlimm fand wie sie, begründete sie auch mit einem: "Du musst hier ja auch nicht leben!" Nun gut, da hatte sie wohl recht, leben könnte ich hier wirklich nicht. 

Mittwoch, 03.10.2013:

Letzter ganzer Tag für mich in China und dieser hatte noch ein kleines Highlight parat, denn am Abend stieg das AFC Champions League Halbfinalrückspiel zwischen Guangzhou Evergrande und Kashiwa aus Japan. Bevor es dort hin ging, wurde nach aller Herzenslust gegammelt. Zum Nachmittag war es dann aber soweit. Reichlich früh brachen weitere Fans und ich zum Stadion auf, das für heute als ausverkauft vermeldet wurde. Wie immer waren aber auch hier reichlich Tickethändler unterwegs, bei denen mangels Privatanbietern auch ein Ticket gekauft werden musste. Bis die Tore öffneten leibte ich mich reichlich an den Speisenangeboten der Verkäufer, die für wenig Geld eine breite Auswahl hatten. 

Guangzhou Evergrande - Kashiwa Reysol  4:0 (1:0, Hinspiel 1:4), AFC Champions League Halbfinale, Tiane Stadium Guangzhou vor 42.000 Zuschauern (50 Gästefans)

Im Stadion waren speziell die Fanblöcke schon gut besetzt, die Heimanhänger hatten richtig Lust, ihre Mannschaft ins Finale zu schreien und machten schon vorm Spiel gut Power. Als das Spiel dann wirklich anfing, war auf den Rängen richtig Alarm, schon nicht schlecht. Zu erwarten war eigentlich ein Offensivfestival der heutigen Gäste, die im Hinspiel  4:1 verloren hatten, davon war aber so rein gar nichts zu sehen, Guangzhou machte das Spiel und ging noch in der ersten Halbzeit verdient in Führung und die Heimfans zeigten wie zu erwarten reichlich Emotionen. Tatsächlich muss man sagen, dass die emotionslose Masse, die man auf der Strasse trifft, mit Betreten des Stadions wie befreit ist, als würden sie nur hier frei leben können, faszinierend. In der zweiten spielten dann auch endlich die japanischen Gäste nach vorne, scheiterten aber immer wieder am Schlussmann, den eigenen Fähigkeiten oder den kämpfenden Abwehrreihen des Heimteams. So war es dann wiederum Guangzhou, das den Sack zu machte und in der Folge sogar noch auf 4:0 erhöhen konnte. Kollektives ausflippen der Heimfans, Guangzhou im Finale, die verhassten Japaner geschlagen. Für mich ging es mit Abpfiff zurück ins Hostel, noch einmal in ein chinesisches Bett legen. Weil ich aber zu sehr Angst hatte, meinen Wecker zu verschlafen, musste ich dieses mal die Geräuschkulisse ertragen und brachte es so auf viel zu wenig Schlaf, ehe es zum Bus nach Macau ging. Schnell noch die letzten Yuan rausgehauen und schon ging es los. Die 130 Km bis zur Grenze von Macau vergingen halbschlafend recht fix und wie zu erwarten endete die gebuchte Busverbindung auch genau hier. Jetzt hiess es Schlange stehen, denn die chinesischen Ferien brachten reichlich Besucher an die Grenze. Zwar gab es auch einen Schalter für Nicht-Chinesen, wie sehr das die Chinesen jedoch interessiert hat, könnt ihr euch sicher vorstellen. Nach gut 1 1/2 Stunden war die erste Grenze geschafft, goodbye China, du hast mir tolle Momente beschert und mich einige Nerven gekostet, die letzten hier an der Grenze. Denn die nächste Grenze hatte natürlich eine genauso lange Schlange vor sich, nur, dass hier gefühlt noch mehr nervige Chinesen waren. Nunja, lesend wurde auch diese letzte Hürde gemeistert und Macau wurde geentert. Macau ist das Las Vegas Asiens. Mit dem Unterschied, dass Macau dreimal so viel Umsatz macht. Die Casinos stecken also reichlich voll und tun alles, damit sie noch mehr Kohle machen. Das fängt gleich mit einem Shuttlebusservice-Netzwerk durch das ganze Land an, wodurch man sich praktisch gratis umherbewegen kann. Den Service nutzte ich natürlich gleich und liess mich ins erste Casino fahren. Ebenfalls gratis den Rucksack abgegeben, schnell in eine lange Hose geschlüpft und rein ins Vergnügen. Im ersten Casino, der "Star World", wurden zunächst vor allem die Freigetränke genutzt. Aus Dank für die Gastfreundschaft verspielte ich aber schnell noch 2€ am Automaten. Nach einem kleinen Spaziergang ging es kurz zum Fährhafen, um die Lage zu checken. Die Fähre nach Hong Kong kostet also 15€, ich hatte mein Gewinnziel damit abgesteckt. Also ab ins nächste Casino, das "Venetian". Der Name verspricht nicht zu wenig, das Casino ist von aussen und innen tatsächlich auf Venedig gemacht, es findet sich sogar ein Kanal mit Wasser und Gondeln im Hotel/Casino/Einkaufszentrum, völlig irre. Auch hier wurde natürlich gezockt (und diesmal auch Gewinn gemacht), so wie auch in 4 weiteren Buden. Als ich am Ende noch schnell mein verlorenes Geld in der Star World rausspielte, war ich zufrieden und begab mich zu meiner Unterkunft, also dem Flughafen. Sagen wir es mal so, es war zwar bequem, aber gepennt habe ich trotzdem kaum, warum auch immer ich immer wieder auf diese fantastischen Ideen komme...

Freitag, 05.10.2013:

Großer Tag! Denn heute sollte ich ja endlich das große Ziel erreichen, ich war tatsächlich etwas aufgeregt. Zur Beruhigung ging ich erstmal in ein Casino, machte allerdigs so viel Gewinn, dass ich übermütig wurde und natürlich alles wieder verzockte. Kurzer Witz: Wie macht man in Vegas ein kleines Vermögen? 

Indem man mit einem großen hingeht. haha! Naja gut, nicht der beste aller Witze. Etwas gefrustet ging es dann um Fährhafen, Ticket gekauft, geboarded und dann die letzten 30 km gen Hong Kong zurückgelegt. Ich hasse Fährfahrten, auf so kleinen "Speed"booten ja ernsthaft wie die Pest, vor allem wenn ich nicht ausreichend geschlafen habe, aber nun gut. Hong Kong wurde nach gut einer Stunde erreicht, Stempel in den Pass bekommen und damit war es geschafft! Nach ungefähr 17600 Kilometern ohne Flugzeug wurde Hong Kong erreicht. Das  sind mehr als durchschnittlich 300 Km am Tag, ich bin zugegeben auch etwas platt, aber bald geht es ja auch schon heimwärts.